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Zweimotorigen Flugzeugen mit Doppelrumpf gehörte schon immer meine Aufmerksamkeit. Auf einer Modellbaumesse vor etlichen Jahren sah ich die ganz aus Holz gebaute Cessna Skymaster am Stand von Krick Modelltechnik ein Modell, das mich begeisterte. Doch ich scheute den Bauaufwand. Da kam mir die Anzeige des Hamburger Unternehmens Eurolight gerade recht, als eine ebenso große Skymaster angeboten wurde, in fast flugfertigem Lieferzustand und zudem sehr preisgünstig. Nach jahrelanger Träumerei stand nun fest: Dieses Flugzeug musst du haben. Im großen Karton, fein säuberlich verpackt, eine große Zahl fertig lackierte GFK- und fertig bespannte Holzteile. Dazu mehrere Tüten mit Zubehör, wie unter anderem Fahrwerk, gefedertes Bugfahrwerk, Räder, Radverkleidungen, Anlenkungsteile und Schrauben.
Dominierend in dem Karton war jedoch der Mittelrumpf mit ausgeschnittenen Fensterflächen und zweifarbiger Lackierung sowie mit eingeklebten Spanten, Einbaurahmen, Befestigungsbrettern und dicken Motorspanten. Was gleich auffiel, waren die perfekt passenden Sperrholzeinbauten im Rumpf, alle sauber und stabil verklebt. Und die zwei Außenrümpfe: Die Steckungen und Profilanformungen für die Tragflächen machten einen ebenso sauberen Eindruck wie auch die Ausschnitte für das Höhenleitwerk, deren Kanten mit breiten Klebeflächen versehen waren. Und dann die Motorhauben und sonstigen GFK-Teile in prima Qualität und mit sauberer Lackierung. Lediglich die stark spröden Oberflächen konnten nicht begeistern also war Vorsicht beim Handling angesagt. Die drei Tragflächenteile, das Höhenleitwerk und die Seitenruder wurden in Rippenbauweise erstellt und mit Folie bebügelt. Querruder, Landeklappen und Höhenruder waren mit Gewebescharnieren angesetzt und liefen auch schön leichtgängig. Nur mit den zwei Landeklappen stimmte was nicht. Mit Hilfe einiger Klebebandstreifen wurde die Skymaster im Wohnzimmer zusammengesteckt. Das passte alles ganz prima und sah schon sehr imposant aus.
Montagearbeiten
Dann das wohl größte Bauteil: Die zwei Außenrümpfe bilden mit dem Tragflächenmittelstück und dem Höhenleitwerk eine Einheit. Fein säuberlich wurden als erstes die Außenrümpfe an dem Mittelstück ausgerichtet und vermessen. Balsaklötze dienten dazu als Unterlagen, Gel-Kühlbeutel als Gewichte. Hier passten die Profilanformungen perfekt, die zwei Aluminium-Steckungsrohre wurden der Einfachheit halber gleich mit eingeschoben und satt verklebt. Dann das Höhenleitwerk: Es konnte seitlich ein- und durchgeschoben werden. Doch links und rechts fehlten jeweils fast 3 Millimeter, um die Außenkanten mit den Rümpfen optisch passend einzustellen. Die Lösung des Problems: Mit Papierklebeband wurden die zwei Außenrümpfe auf das passende Maß nach innen zusammengezogen, dann mit Fünf-Minuten-Epoxyd verklebt. Nun brauchte nur noch das Höhenruder mit Gewebescharnieren mit Sekundenkleber fixiert zu werden.
Die tiefgezogenen Kabinenfenster wurden mit Kunststoffkleber von Jamara eingeklebt. Etwas aufwändiger dagegen die große Cockpithaube, die zwecks Flugakku-Entnahme abnehmbar gestaltet wurde. Für den Einbau der Motoren wurden zwei Sperrholzspanten angefertigt, die mit jeweils vier Acht-Millimeter-CFK-Rohren abgestrebt wurden. Die eingebauten Motorspanten im Modell waren herstellerseitig dick und glänzend überlackiert. Hier wurde der besseren Klebefähigkeit wegen den Schwingschleifer mit 60er-Papier angesetzt und die Oberfläche bis aufs Gewebe zurück geschliffen. Dann wurden beide Spanten noch zwischen den Befestigungspunkten großzügig ausgeschnitten und die Motorhauben selbst mit jeweils sechs Blechschrauben angeschraubt.
Dann die Hochzeit: Das Mittelstück des Modells wurde erstmals auf den Rumpf gesetzt und festgeschraubt. Super! Das passte auf Anhieb und sah zudem toll aus. Bevor das nun wieder auseinander geschraubt wurde, wurden auch gleich die zwei GFK-Formteile aufgeklebt, die den Anschluss an den Rumpf herstellen. Zunächst das kleine GFK-Formteil auf der Tragflächenvorderkante. Dann der voluminöse Lufteinlass auf der Tragflächenoberseite. Und hier war ein bisschen mehr Arbeit gefragt: Zunächst musste die Tragfläche richtig festgeschraubt und ausgerichtet sein. Dann wurden auf der Oberseite des Lufteinlasses die Bohrungen ausgefräst, durch die später die Tragflächenschrauben auch wieder gelöst werden können. Und nach dem Abdecken des hinteren Rumpfanschlusses mit Frischhaltefolie wurde der Lufteinlass mit reichlich Fünf-Minuten-Epoxyd aufgesetzt, ausgerichtet und mit Klebeband aufgepresst. Zu guter Letzt wurde er noch vorne und hinten aufgefräst, damit der hintere Motor auch genügend Kühlluft erhält.
Die ebenso fertigen mit Folie bespannten Seitenruder sollten mit Stiftscharnieren angesetzt werden. Doch dies war technisch gar nicht möglich, denn durch den spitzen Öffnungswinkel auf der Unterseite ließen sich die Seitenruder dann nicht mehr aufschieben. Also auch hier kurzer Prozess: Stiftscharniere raus, Gewebescharniere rein Basta! Zur Anlenkung wurden die beiliegenden Schubstangen eingebaut.
Der RC-Einbau
Der Empfänger, ein Mini-DS IPD von Multiplex, wurde im Mittelrumpf auf dem Servobrett fixiert, nebenan ein 2.300-mAh-Empfängerakku und ein Hochstromschalter mit Ladebuchse von Graupner. Um trotz der langen Servokabel maximale Störfreiheit zu bekommen, wurde zum einen verdrilltes Kabel verwendet, zum anderen wurden die Kabel direkt am Empfänger in so genannten Klapp-Ferritkernen eingefasst. Die Steckverbindungen zwischen den Außenflügeln und Mittelteil sowie vom Mittelteil auf den Rumpf, wurden mit grünen Hochstromsteckern von Multiplex gemacht. Diese lassen maximal vier Servos pro Stecker durch und sind zudem mechanisch sehr robust.
Der
Antrieb
Das
erste Mal
Dass sah doch alles ganz gut aus. Das Modell gegen den mittelstarken Wind ausgerichtet und langsam drehten die Motoren hoch. Bei Halbgas rollte die Skymaster auf der nassen Wiese an, bei Dreiviertelgas beschleunigte das große Modell zügig und bei Vollgas ... plötzlich ein Knall! Der hintere Spinner machte sich mit der Luftschraube selbstständig und nudelte nur noch lose auf der Mitnehmerwelle. Startabbruch! Hin zum Modell und alles wieder festgeschraubt. Zweiter Startversuch: Diesmal fing der vordere Antrieb an, so stark zu vibrieren, dass sich die hintere Spinnerplatte an der GFK-Motorhaube durchrieb. Aber warum? Denn bei den Strommessläufen lief doch alles einwandfrei. Zu allem Überfluss lief nun auch der hintere Motor nicht mehr vibrationsfrei. So konnte das nicht funktionieren also Generalabbruch der ganzen Aktion. Zu Hause in der Werkstatt wurden als erstes die kurzen Stahlmitnehmer gegen große Zehn-Millimeter-Mitnehmer von Krick ausgetauscht. Diese steckten nun auf etwa 25 Millimeter Länge auf der Motorwelle. Die großen ABS-Spinner wurden gegen banale Plastikspinner mit geringfügig kleinerem Durchmesser getauscht. Damit sollte sich da nichts mehr aufschwingen können. Und so ganz nebenbei sank auch das Gesamtgewicht des Modells um knappe 100 Gramm.
Wiederholungstat
Der Flugakku musste um 20 Millimeter nach hinten, außerdem sollten die Ruderausschläge um 20 Prozent verkleinert werden. Dann flugs den Akku wieder aufgeladen und ab zum zweiten Flug: Deutlich kürzer bleibt die Skymaster auf der Wiese und zieht stabil in den Himmel. Trotz des zurück gelegten Akkus muss ich wieder Höhenruder trimmen aber nicht mehr so viel wie beim Erstflug. Mit Drittelgas lässt sich ein stabiler Horizontalflug einnehmen, wunderbar langsam zieht die Skymaster damit ihre Runden. Die Überziehversuche bescheinigten dem Modell absolute Gutmütigkeit. Bei voll durchgezogenem Höhenruder ging es in einen Sackflug über und ließ sich mit Querruder noch waagerecht halten. Bis zu 7 Minuten Flugzeit bei irrem Sound und tollem Flugbild sind möglich. Die Landeklappen wurden weder zum Start noch zur Landung gebraucht. Also wurde sie still gelegt, festgeklebte und die Servos. Knapp 100 Gramm wurden dadurch eingespart.
Imposantes
Flugzeug
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Text und Fotos: Landeklappen Die
Ruderblatt- Cockpithaube Zwecks
einfacher Technische Spannweite: Länge: Fluggewicht: Antrieb:
Flugakku:
Regler: Bezug: |
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