
Der Begriff Sports Utility Vehicle, kurz SUV, hat keine wirkliche Entsprechung im Deutschen, bedeutet aber in etwa soviel wie Sport-Nutzgerät – also ein Arbeitstier, mit dem man auch Spaß haben kann. Ursprünglich von der KFZ-Industrie geprägt, ist dieser Begriff jedoch auch auf den Kult mini Quattro anwendbar – zumindest, wenn man der Beschreibung des Herstellers Glauben schenkt. Die Kult mini-Reihe des schwäbischen Herstellers Tangent ist um eine weitere Version des beliebten Hotliners angewachsen. Neben dem Kult mini Expert und dem Kult mini Duo Expert ist nun auch der Kult mini Quattro lieferbar. Geteilte Tragflächen mit vier Klappen und ein vorbereiteter Elektrorumpf sind die Hauptattribute dieser Erweiterung. Die hier vorgestellte Design Edition wartet mit beklebten Flächen und Leitwerken auf, eine ARC-Version ist ebenfalls erhältlich.
Reingeschaut Eine tiefgezogene Kabinenhaube in Carbon-Optik, diverse Holzteile und ein Kleinteilesatz vervollständigen den Bausatz. Letzterer beinhaltet das Tangent-Servolocksystem und das Befestigungs- und Stecksystem bestehend aus vier GFK-Zungen und einem Stab, ebenfalls aus Glasfaser.
Ausgerüstet Querruder und Wölbklappen sind bereits in Form von Elastikflaps ausgeführt. Das Einbauen der Ruderhörner samt Gestänge ist schnell erledigt. Leider waren die Ruderhörner für die Querruder etwas zu kurz, weshalb sie gegen längere Exemplare ausgetauscht wurden.
Der Einbau des Tangeng-Befestigungs- und Stecksystems erfordert besondere Sorgfalt. Die Wurzelrippe ist an entsprechender Stelle mit Ausfräsungen versehen. Diese sind in der Tiefe etwas zu erweitern, um die GFK-Zungen korrekt einkleben zu können. Damit ein schnelles Weiterarbeiten möglich war, kam zur Montage der Zungen Uhu-Endfest zum Einsatz. Damit Sie sich später sauber übereinander schieben lassen, ist hier genaues Ausrichten notwendig. Dazu steckt man am besten den Flächenstab ein und peilt darüber die Zunge an. Flächenstab und GFK-Zungen müssen dann exakt parallel verlaufen. Lassen sich die Tragflächen sauber zusammen schieben, können die Zungen durchgebohrt werden.
Pure Power Der Rumpfausbau beginnt mit dem Einharzen des Motorspants. Der beiliegende Motorspant aus Holz fand keine Verwendung, da dem Motor-Set ein GFK-Motorträger beilag, der sich großzügig mit Kühlluftöffnungen versehen ließ. Bei Verwendung eines Turbospinners können somit zusätzliche Kühlöffnungen am Rumpf entfallen. Das einzubauende Servobrett ist sehr lang und benötigt mit Rumpfhalbspant und Akkurutsche daher relativ viel Platz, der besser genutzt werden könnte. Es liegt die Vermutung nahe, dass das Servobrett der Segler-Version entspricht, das nur um eine Akkurutsche erweitert wurde. Verwendet man diese, ist ein 4s-LiPo nur schwer unterzubringen. Aus diesem Grund wurde ein neues, kürzeres Brettchen angefertigt und die Akkurutsche dient nun als Akkuauflage direkt am Rumpfboden. Somit
Das Fertigstellen des V-Leitwerks beginnt mit dem Einkleben der Ruderhörner und dem Anschlagen der Ruder mit Tesafilm. Das Leitwerk kann fest mit dem Rumpf verklebt- oder abnehmbar gestaltet werden. Das Testmodell bekam die abnehmbare Variante spendiert. Dazu bekam der Füllklotz aus Buchenholz zwei Gewinde und wurde mit zwei M4-Schrauben durch Rumpf und Leitwerk verschraubt. Eine Gewindeschneidschraube liegt dem Bausatz bei. Die Verbindung zu den Servos übernimmt jeweils ein Stahldraht.
Traumhochzeit Mit dem Einbau des Antriebs und dem Auswiegen des Modells rückt der Erstflug in greifbare Nähe. Das Überprüfen der Einstellwinkeldifferenz ist reine Formsache. Ein Grad EWD wurde ermittelt – also exakt die Herstellerangabe. Der Schwerpunkt wird mit 85 bis 90 Millimeter angegeben, das Testmodell braucht daher rund 20 Gramm Blei im Heck. Würde man anstatt des relativ schweren Aluminium-Turbospinners einen Kunststoffleichtspinner verwenden, ließe sich diese Bleizugabe noch weiter minimieren. Für die Programmierung des Senders sollte man sich Zeit nehmen, denn ein erfolgreiches Einfliegen beginnt mit der richtigen Vorbereitung. Die Einstellung der Ruderwege kann bedenkenlos aus der Bauanleitung übernommen werden.
Vollgas Der Schwaben-Hotliner hat ordentlich Durchzug und liefert rasanten Flugspaß ohne jemals zickig zu sein. Die Ruder wirken allesamt sehr direkt, im Langsamflug neigt das Modell nicht dazu, schwammig zu werden. Auch der Abrißtest verläuft ohne Überraschungen. Die Butterfly-Stellung verlangt ordentliche Tiefenruder-Zumischung, dafür kommt die Wirkung einer Vollbremsung sehr nahe. Für die ausgewogenen Flugeigenschaften können dem Kult mini Quattro Bestnoten bescheinigt werden.
Meisterstück
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Text und Fotos: Martin Wrchlawsky |
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