
Berühmte Jagdflugzeuge haben eigentlich immer Spuren auf den Rekordtabellen der Flugzeughistoriker hinterlassen. Im Falle der Republic P-47 Thunderbolt wurden aber weder Geschwindigkeitsrekorde gebrochen noch Wendigkeitsmarken unterboten. Dafür gilt sie als das größte einsitzige US-Jagdflugzeug ihrer Zeit, das bei seinen Piloten hohes Ansehen genoss und daher in einer bisher unerreichten Rekord-Stückzahl von 15.638 Einheiten produziert wurde. Der bullige Rumpf beherbergte einen 2.535 PS starken 18-Zylinder-Sternmotor, der trotz des hohen Stirnwiderstands der riesigen Cowling eine Höchstgeschwindigkeit von 690 Stundenkilometer ermöglichte. Das im Maßstab 1:12 gehaltene und aufwändig gestylte Modell aus feinporigem Schaum lässt sich in zwei Ready-to-fly-Versionen ordern. Gegenüber der Complete-Variante fehlen der hier getesteten Light-Version lediglich Sender, Empfänger und Ladegerät. Alle anderen Komponenten sind im Set enthalten und vorbildlich installiert. Unter der aus dünnwandigem Kunststoff bestehenden Motorhaube sitzt ein Brushless-Außenläufer mit 35 Millimeter Durchmesser, der von einem 25-Ampere-Regler gesteuert wird und seine Energie aus einem dreizelligen LiPo-Pack mit 1.650 Milliampere Kapazität bezieht. Für die Bewegung der Ruder sorgen vier Servos der 9-Gramm-Klasse. Das fünfte Servo ist eine Klasse größer und betätigt das ebenfalls betriebsfertig eingesetzte Einziehfahrwerk.
Innen-Tuning Das leere Cockpit animierte den Autor, noch eine 18 Gramm schwere Pilotenbüste nachzurüsten. Die erforderliche Öffnung im Kabinenboden kann problemlos eingearbeitet werden, da die mit doppelseitigem Klebeband aufgesetzte Kabinenhaube schon von allein abgefallen war. Das entnommene Material zeigt, dass auch zwischen den Rumpfhälften doppelseitiges Klebeband sitzt, was hier aber offensichtlich ausreicht. Vor dem endgültigen Verkleben der Kabinenhaube mit Epoxyd steht das mühevolle Entfernen der Klebestreifenreste an, die an dem glatten Material extrem gut haften.
Optimal gelöst scheint die Positionierung des Flugakkus, der unterhalb des Tragflügels zur Hälfte in einem Schacht des Rumpfs verschwindet. Der restliche Teil trägt einen Klettstreifen, der den Akku sicher am Flügel fixiert. Die mit Magnetverschlüssen gesicherte Rumpfverkleidung lässt einen unkomplizierten Akkuwechsel zu. Weniger perfekt befestigt sind die Fahrwerksverkleidungen, die sich beim Rollen auf Rasen verkanten können und im eingefahrenen Zustand nicht exakt am Flügel anliegen.
Schick ist in Da für den Erstflug keine Hartpiste zur Verfügung steht, wurde zum Schutz des schönen Scale-Props von Anfang an über eine Alternative nachgedacht. Die Steigung der Originalblätter liegt bei geschätzten fünf bis sechs Zoll, weshalb sich eine vorhandene APC-Luftschraube mit 11 × 5,5 Zoll Durchmesser als Ersatz anbietet. Mit ihr erreicht der Motor 7.200 Touren und genehmigt sich gerade mal 14 Ampere. Die versprochene Flugzeit von acht bis zehn Minuten erscheint damit realistisch und eine Überforderung des LiPo-Akkus mit 1.650 Milliamperestunden Kapazität kann sicher ausgeschlossen werden.
Einsatzbefehl
Da in jedem Fall ein Bodenstart erfolgen soll, wird eine günstige Stelle gesucht, die den Rädern möglichst wenig Widerstand entgegenbringt. Von hier aus lässt sich die Thunderbolt endlich problemlos beschleunigen. Schon nach kurzer Rollstrecke hebt das Modell sauber ab. Sie liegt sicher am Ruder und erfordert keinerlei Trimmkorrekturen. Noch vor der ersten Kurve wird, dank senderseitig vorhandener Slow-Funktion, das Fahrwerk binnen drei Sekunden sachte eingefahren. Die Reaktionen auf die Ruderbefehle passen zu einem Warbird und die Leistung des Antriebs erscheint perfekt auf das Modell abgestimmt. Eine zum Look der Maschine passende Fluggeschwindigkeit lässt sich ohne Probleme einregeln und für flotte Überflüge steht bei Vollgas ausreichend Leistung zur Verfügung. Im Rückenflug verhält sich die Thunderbolt absolut neutral und lässt auch großräumig angesetzte Kunstflugeinlagen perfekt gelingen. Im Langsamflug zeigen sich erst bei deutlich zu geringer Geschwindigkeit Tendenzen zum seitlichen Abkippen, sodass der ersten Landung gelassen entgegengesehen wird. Mit ausgefahrenem Fahrwerk und Schleppgas kommt die Thunderbolt sauber herein und lässt sich sanft aufsetzen. Der anfangs befürchtete Kopfstand bleibt aus, aber das erneute Anrollen klappt wieder nicht. Der Einsatz der Vierblatt-Scale-Luftschraube erfordert besondere Vorkehrungen. Neben einer Hartpiste erscheinen eine gezielte Kühlluftführung sowie ein leistungsstärkerer Regler sinnvoll, auch wenn Vollgas so gut wie nicht benötigt wird. Auf Anfrage bescheinigt die Firma JPerkins dem Akku eine Leistung von 20C und gibt für den Motor 1.050 Umdrehungen pro Volt an. Eine akute Gefährdung der serienmäßig verbauten Komponenten besteht also nicht, das Risiko einer Überlastung hingegen schon.
Schmuckstück
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Text und Fotos: Michael Blakert |
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