Es ist schon seltsam: Manchmal ist man
von einem Modellflugzeug sofort und auf den ersten Blick begeistert und möchte
es unbedingt besitzen. Bei der Hornet von Graupner war es eher die Liebe auf den
zweiten Blick.
Beim Durchblättern des Neuheiten-Kataloges
im Frühjahr 2004 nahm ich die Neuauflage dieses Klassikers durch die Firma
Graupner einfach mal zur Kenntnis mehr aber auch nicht. Gegen Ende des
Jahres jedoch, beim Teck-Pokalfliegen, lagen mehrere Hornets der Werkspiloten
von Graupner einträchtig nebeneinander im Gras und je länger ich mir
diesen handlichen Vier-Meter-Segler aus der Nähe betrachtete, desto größer
wurde das Interesse daran. Was jetzt kommt, ist jedem eingefleischtem Modellpiloten
klar: Dem Verlangen wurde bald darauf nachgegeben.

Der beiliegende Dekorsatz macht aus der Hornet ein farbenfrohes
Modell
Vorbild
Die
Firma Glasflügel ist einigen sicherlich bekannt durch die Typen Standard
Libelle, Club Libelle oder Kestrel. Anfang der 70er-Jahre entwickelte die Firma
zwei Typen gleichzeitig:
Die Club Libelle und die Hornet 206. Flügel,
Klappen und Leitwerke waren identisch, doch die Hornet war für höhere
Geschwindigkeiten und einen Wasserballast von 60 Litern ausgelegt. Dieses Modell
sollte ein Wettbewerbssegelflugzeug für die Standardklasse werden. Leistungsmäßig
konnte sie mit den Wettbewerbern nicht ganz mithalten, jedoch galt sie als gutmütiges,
komfortabel und angenehm zu fliegendes Vereinsflugzeug.

Die Einzelteile sind sehr weit vorgefertigt, der Bausatz vollständig
und mit allen
notwendigen Kleinteilen ausgestattet
Bausatz
Die Firma Graupner bringt diesen Segelflugzeugklassiker als weit vorgefertigtes
ARF-Modell auf den Markt. Mit genau vier Metern Spannweite ist die Hornet handlich
genug für den Hang, mittels Einziehfahrwerk und Schleppkupplung ausgerüstet
aber auch schon groß genug für den Semi-Scale F-Schlepp. Der riesige
Bausatzkarton enthält wenige, aber sehr weit vorgefertigte Einzelteile und
mehrere Tüten mit Kleinteilen. Der hochglänzende und weiß eingefärbte
GFK-Rumpf ist von guter Qualität. Die Tragflächenanformung ist nur schwach
über zwei plane Flächen links und rechts hinter dem Haubenausschnitt
angedeutet. Das Bauteil verfügt über sämtliche Bohrungen zur Aufnahme
der Tragflächen, die Muttern für die Befestigung des Höhenleitwerks
sind ebenfalls schon in der Leitwerksflosse eingebaut. Die Spanten für den
RC- und Fahrwerkseinbau, die Lagerröhrchen zum Anschlagen der Fahrwerksklappen
sowie der Abschlussspant ist bereits fix und fertig eingeklebt. Das Messingrohr
und die Torsionsstifte zur Flächensteckung wurden leider werksseitig nicht
mit in den Rumpf eingeharzt. Dies hätte dem Erbauer das Einmessen der Tragfläche
an den Rumpf und dadurch deutlich Zeit und Aufwand gespart.

Die Randbögen liegen als GFK-Teile bei, passen sauber an
die Tragflächen und müssen nur noch angeklebt werden. Wahlweise gibt
es beim Hersteller zum Modell passende Winglets als Zubehör
Die
beiden Tragflächen sind bereits komplett und sauber mit weißer Folie
bespannt, die Querruder und Endleisten-Bremsklappen sind leichtgängig und
verzugsfrei. Der Profilverlauf und die Oberflächengüte sind für
ein Modell mit Styro-Abachi-Flächen sehr gut und ohne Makel.
Ausschnitte
für die Servokästen lassen sich unter dem Folienkleid bereits erahnen
und das Messingrohr für die Zwölf-Millimeter-Flächensteckung ist
bereits eingebaut und mit dem Holm verklebt. Der obligatorische Biegetest der
Tragfläche lässt auf einen gut dimensionierten Holm schließen,
die Tragfläche biegt sich etwas durch, ohne jedoch weich zu wirken.
Als Profil kommt laut Graupner ein S-3010103 zum Einsatz. Das für diesen
Test verwendete Profilprogramm findet in seiner Datenbank ein sehr ähnliches
S-3010-103-84 mit 2,85 Prozent Wölbung und 10,33 Prozent Dicke. Dies wird
dem verwendeten Profil wohl sehr nahe kommen.

Der Rumpf ist mit allen wichtigen Verstärkungsspanten für
Einziehfahrwerk, Servobrett und Seitenruder-Abschlussleiste versehen
Das
Höhenleitwerk ist in derselben Machart gestaltet wie die Tragflächen.
Mit sauber verschliffener Oberfläche und in weiße Folie verhüllt,
kommt es nahezu fast fertig aus dem Bausatz. Das Seitenruder ist ein feines GFK-Teil,
sehr leicht und trotzdem nicht zu druckempfindlich. Der Haubenrahmen kommt ebenfalls
aus einer GFK-Form, er passt sauber auf den Rumpf und enthält eine kleine,
umlaufende Sicke zur besseren Passung. Die Haube ist tiefgezogen und in Rauchglas
gehalten, die Oberfläche ohne Schlieren und sehr gleichmäßig.

Bei den Kleinteilen wurde nicht gespart, alle Anlenkungsteile,
Teile zur Flächenarretierung, das Spornrad und sogar die Servokästen
für die Flächenservos liegen bei
An Kleinteilen
sind vielerlei zu nennen: Das Spornrad, alle Teile zur Ruderanlenkung und zur
Haubenbefestigung, der Servohalter, um das Seitenruderservo am Einziehfahrwerk
zu befestigen, die Tragflächenbefestigung mit deren Torsionsstiften und Röhrchen
und vieles andere mehr.

Unter dem gebügeltem Höhenleitwerk sind die Aussparungen
für die Servos bereits eingebracht. Die Folie wird mittels Lötkolben
ausgeschnitten.
So ergibt sich eine saubere Kante und die Folie wird im Randbereich
gleichzeitig mit dem Holz verschweißt
Der
Bau
Im Großen und Ganzen ist nur die RC-Anlage einzubauen, die
Ruderanlenkungen herzustellen und das Cockpit mit den beigefügten Einzelteilen
ein wenig zu verschönern. In diesem Fall wurde kein Einziehfahrwerk eingebaut.
Am Haushang bringt ein Modell mit Fahrwerk keine Vorteile und das Haupteinsatzgebiet
soll der Hangflug sein. Benutzt man das von Graupner vorgesehene Einziehfahrwerk,
müssen lediglich die Fahrwerksklappen ausgeschnitten und angeschlagen, das
Fahrwerk eingeschraubt und die Servoanlenkung desselben hergestellt werden. Alles
weitere ist vom Hersteller bestens vorbereitet. Auch an einen großzügig
dimensionierten Spant, der die Landekräfte auf den Rumpf überträgt,
wurde gedacht.

Das Höhenruderblatt ist geteilt, es sind zwei Höhenruderservos
vorgesehen.
Damit sich die Servopositionen nicht auf der Oberseite abzeichnen,
wurden zwei dünne Sperrholzstreifen von innen in den Servoschacht geklebt
Und los geht´s ...
Begonnen wird mit der Befestigung des Haubenrahmens. Dieser erhält vorne
eine Art Aluniete und hinten wird die Haube durch einen Stahldraht, der in einem
Bowdenzug läuft, abnehmbar gestaltet. Dieser Bowdenzug endet im Rumpfboden
knapp hinter der Tragflächenanformung. Der Stahldraht wird mit einer Messingkugel
verlötet, so genügt ein kurzer Griff unter den Rumpf und die Haube kann
durch Ziehen an der Kugel geöffnet oder geschlossen werden. Leider war in
diesem Fall die Bowdenzughülle, für die nach Plan vorgesehene Austrittsöffnung
im Rumpf etwas zu kurz bemessen und musste daher durch ein längeres Exemplar
aus der Restekiste ersetzt werden.

Wird der Haubenrahmen ausgeschnitten, müssen Ober- und Unterschale
an den Schnittkanten wieder sorgfältig miteinander verklebt werden
Als nächstes sollte das beiliegende Spornrad eingebaut
werden. Dazu wird der Bürzel hinten am Rumpf als erstes abgetrennt.
Allerdings ist das beiliegende Rad für die Öffnung viel zu klein. Auch
hier hilft die Restekiste weiter, aber wenn schon ein Rad dem Bausatz beiliegt,
dann bitte doch in der richtigen Größe.

Die beiden Höhenruderservos sind eingebaut, die Anlenkungen
fertiggestellt.
Die elektrische Steckverbindung erfolgt über die bekannten
MPX Hochstromstecker
Geschlossen
oder Scale-like?
Nun muss sich der Erbauer entscheiden: Soll das Modell
mit geschlossener Haube oder ein wenig Scale-like mit offenem Haubenrahmen, Instrumentenbrett
und Sitzwanne aufgebaut werden? Instrumentenbrett und Sitzwanne liegen dem Bausatz
als Kunststoff- und Tiefziehteil bei, die Instrumente müssen gesondert erworben
werden. Die Entscheidung fällt auf die etwas aufwändigere, jedoch schönere
Variante. Nun kann begonnen werden, den Haubenrahmen auszusägen. Hier wartete
eine Überraschung: Die Haubenober- und unterseite sind an der Stelle des
Ausschnittes nicht miteinander verklebt. Der komplette Ausschnitt muss nun sorgfältig
mit Epoxykleber verschlossen und danach die Nahtstelle wieder verschliffen werden.
Das Ausschneiden der tiefgezogenen Cockpitwanne und das Aufkleben von ein paar
Instrumenten auf das Kunststoffteil in CFK-Optik sind da noch die kleineren Arbeiten.
Das Anpassen der Haube wiederum gelingt sehr schnell, die Außenmaße
des Haubenrahmens passen. Das Verkleben und Lackieren des Rahmens schließt
den arbeitsintensiven Teil des Baus ab. Das Seitenruder wird mittels beiliegender
Anlenkungsteile und dünnen Stahllitzen spielfrei und sicher angelenkt. Das
Ruder hat dessen Lagerung bereits eingebaut. Seitenruder auf den Rumpf aufstecken,
von oben Alurohr einschieben und fertig.

Das Cockpit wird mit einfachen Mitteln hergestellt, das Instrumentenbrett
aus CFK-Imitat liegt als Kunststoffteil dem Bausatz bei. Aufgelockert wird
das
Ganze durch ein paar Instrumente aus dem eigenen Bastelkellerfundus
Das Höhenleitwerk
Das
Höhenleitwerk besitzt zwei voneinander unabhängige Ruderklappen. Für
dessen Ansteuerung sind von Graupner zwei Servos vorgesehen.
Übrigens,
für das komplette Modell werden Digitalservos vorgeschlagen. Dies ist sicherlich
keine schlechte Wahl, doch angesichts des schmalen Modellbudget wurden etwas preisgünstigere
Exemplare eingebaut, die ihren Dienst bis heute problemlos versehen. Die Leitwerksbefestigung
ist bereits fix und fertig eingebaut. Es besitzt zwei Bohrungen für M4-Schrauben,
in der Leitwerksflosse des Rumpfes sind die beiden entsprechenden Muttern herstellerseitig
eingeharzt. Die Servos für das Höhenleitwerk dürfen eine Dicke
von maximal zehn Millimetern besitzen. Die Ausschnitte sind bereits im Leitwerk
eingelassen und überbügelt. Um diese Ausschnitte freizulegen, wird in
der Anleitung vorgeschlagen, mit dem Lötkolben an den Kanten entlang zu fahren
und damit die Folie abzuschneiden und gleichzeitig zu verschweißen. Das
funktioniert einwandfrei. Nachdem die Ausschnitte vom Styropor befreit sind, können
die Servos eingepasst, die Servokabel verlegt und schlussendlich die Servos eingeklebt
werden. Als Anlenkungsteile werden GFK-Ruderhörner verwendet, in Verbindung
mit den beiliegenden Gabelköpfen ergibt sich eine spielfreie und stabile
Anlenkung. Leider liegen dem Bausatz keine Servoabdeckungen für die beiden
Höhenruderservos bei.

Empfängerakku, Schleppkupplungs-Servo und Empfänger
wurden weit vorne im Rumpf platziert
Probezusammenbau
Als nächstes wird das Messingrohr für die Aufnahme des Zwölf-Millimeter-Flächenverbinders
in den Rumpf eingeklebt. Der Durchbruch im Rumpf wird mit einer Rundfeile gewissenhaft
auf Maß gebracht, das Messingrohr durchgeschoben und die Tragflächen
links und rechts an den Rumpf angesteckt. Die Torsionsröhrchen und
-stifte
nicht vergessen. Nach diesem Probezusammenbau stellt sich heraus, dass die Tragfläche
einwandfrei und ohne Spalt an den Rumpf passt, der Anstellwinkel ist bei beiden
Flächen derselbe. Jetzt wird alles verklebt und über Nacht gut durchgetrocknet.

Ausgeschnittener Haubenrahmen, montierter Pilotensitz, ein wenig
Farbe
und schon sieht das Ganze nach einem richtigen Flugzeug aus. Den praktischen
Rumpfhalter gibt es übrigens bei
http://www.modellbauservice-finsinger.de. Er ist in der Breite verstellbar,
hält den Rumpf gerade und bietet den idealen Halt zum Bau und später
auch zum Transport
Endspurt
Der Einbau der Flächenservos sind so etwas wie der Endspurt beim Bau. Nachdem
die Folie oberhalb der Servoausschnitte entfernt ist, stellt sich die Frage, wieso
für die Landeklappen bereits Servokabel eingezogen sind, für die Querruderservos
jedoch nicht und wieso keine verdrillten Kabel eingesetzt werden. Da nun sowieso
ein Kabel fehlt, wird das bereits vorverlegte Kabel wieder entfernt und durch
verdrillte Litze mit 3 x 0,25 Quadratmillimeter Querschnitt ersetzt. Das Verlöten
der Kabel und der Servostecker ist dann eine abendfüllende Aufgabe. Werden
die vorgeschlagenen Graupner-Servos verwendet, so findet man im Bausatz passende
Servokästen für die Quer- und Landeklappenservos. In diesem Fall aber
passten die Servogrößen leider nicht hinein, weshalb die Rudermaschinen
mit Schrumpfschlauch versehen und mit der Tragflächenoberseite verklebt wurden.
Die Anlenkungen werden wieder mit den beiliegenden GFK- und Stahlteilen erstellt.
Eine Besonderheit stellt die Anlenkung der Landklappen dar. Diese werden oben
und sehr nahe am Drehpunkt angelenkt. Hält man sich an die Fotos der Anleitung,
klappt das ganz wunderbar und man erhält eine funktionelle und spielfreie
Anlenkung. Wichtig dabei ist, dass die Landeklappen sehr weit nach unten ausfahren
können. Aber auch der Normalstellung sollte ausreichend Beachtung geschenkt
werden. Durch den schmalen Spalt in der Grundstellung der Klappen können
diese leider nicht nach oben gefahren werden, um zum Beispiel die Querruder ein
wenig zu unterstützen. Der Spalt ist so eng, dass man selbst in der Neutralstellung
aufpassen muss, dass die Servos nicht ständig gegen die Gestänge und
den Klappenanschlag arbeiten. Mit ein wenig Fingerspitzengefühl ist aber
auch diese Hürde zu meistern. Die Querruder werden wie gehabt mit GFK-Ruderhörner
und Anlenkungen aus Gabelköpfen und Gewindestangen realisiert.

Der Autor nach dem erfolgreichen Erstflug mit seinem neuen Lieblingsmodell
Das Abdecken der Flächenservos mittels Folie oder den
beiliegenden Servoabdeckungen schließt den Bau an den Tragflächen vorerst
ab. Apropos abschließen: Die Abschlüsse an den Randbögen der Tragfläche
müssen noch angeklebt werden. Diese liegen dem Bausatz als edle und bereits
weiß eingefärbte GFK-Teile bei. Die Randbögen haben bereits zwei
Messingrohre eingebaut, um die sichere Verbindung zur Fläche zu gewährleisten.
Durch die optimale Passung von Styro-Tragwerk und GFK-Schalentechnik bleibt auch
hier nicht viel mehr zu tun, als die entsprechende Menge Kleber anzurühren,
die Teile miteinander zu verbinden und aufzupassen, dass keine überschüssigen
Kleberreste die Oberfläche dieses schönen Gleiters trüben.
Nachdem
die Tragflächen mit Servos versehen und die Randbögen angeklebt sind,
werden die Servostecker und die Buchsen für die Tragflächenbefestigung
im Wurzelbereich der Tragflächen eingeklebt. Die Tragflächenverriegelung
haben Schnellkupplungen aus dem Pneumatikbereich. Die Männchen
werden in die Wurzelrippen geklebt, die Weibchen mit gefederter Hülse
zum Lösen der Verbindung mittels Aluhülse und Gewinde miteinander verbunden.
Die eine Fläche wird an den Rumpf geschoben, das Zwischenstück eingesteckt,
die zweite Tragfläche ebenfalls aufgeschoben und die Kupplung schnappt zu.
Die Tragflächen werden so fest am Rumpf gehalten, durch die massiven Kupplungselemente
werden die Tragflächen gleichzeitig gegeneinander abgestützt und halten
harte Landestöße der Tragflächen vom Rumpf fern.

Heckansicht: Das Höhenleitwerk wird mittels zweier Schrauben
befestigt, das Seitenruder in Voll-GFK-Technik wird mittels Alurohr-Lagerung am
Rumpf gehalten
Der letzte Schliff
Nun geht es daran, aus dem weißen Schwan einen Großsegler zu machen.
Gemeint ist das Aufbringen des farbenfrohen und großräumigen Dekorsatzes.
Dem Bausatz liegt ein großer Bogen mit Aufklebern bei, schnell auf dem Bild
des Bausatzkartons abgeschaut und schon können die einzelnen Teile ausgeschnitten
und mittels Wasser-Spüli-Lösung an den richtigen Stellen an Rumpf und
Flächen platziert werden. Nun das Wasser mittels Spachtel oder Scheckkarte
von innen nach außen reiben, die Feuchtigkeit grob abwischen und alles ein
bis zwei Tage durchtrocknen lassen.
Zum Bauabschluss erfolgt
das Vermessen und Auswiegen des Schwerpunkts. Eingestellt nach der Anleitung (etwa
100 Millimeter hinter der Nasenleiste) wandern zu einem vierzelligen Sanyo RC
2.400 noch 270 Gramm Blei in die Rumpfschnauze. Das Fluggewicht pendelt sich dabei
bei 4.528 Gramm ein. Dies ist ein sehr guter Wert, gibt es doch immer noch einige
Flugplätze, bei denen es wichtig ist, die Fünf-Kilo-Marke nicht zu überschreiten.
Auch mit einem leichten Einziehfahrwerk dürfte dabei das vom Hersteller angegebene
Fluggewicht von 4.900 Gramm noch zu erreichen sein.
Die Ruderausschläge
werden ebenfalls nach
der Anleitung eingestellt, die EWD mit knapp
1,5
Grad ermittelt und so belassen.

Im langsamen Kreisflug weiß die Hornet ebenso zu überzeugen
...
Der erste Flug
Jeder Pilot ist sehr gespannt auf den Erstflug seines neuen Modells. Leider spielt
dann das Wetter nicht immer so mit, wie man das gerne hätte. Doch am Testtag
scheint die Sonne und es weht ein gleichmäßiger mittelkräftiger
Westwind. Der Hangflug-Gott hat die Stoßgebete erhört und das Einflugwetter
für die Hornet geschickt. Das Modell wird zunächst sorgfältig zusammengebaut
und kurze Zeit später über die Hangkante befördert. Davor wurde
selbstverständlich ein Reichweitentest nicht vergessen, doch dieser zeigte
keine Auffälligkeiten. Langsam steuert das Modell die ersten Kreise am Hang
entlang, willig folgt die Hornet den Steuerbefehlen und setzt sie zügig um.
Schon sind ein paar Meter Startüberhöhung erreicht. Die Ruderabstimmung
ist gut, direkt, aber nicht giftig, genauso, wie man es sich wünscht. Gibt
man ein wenig Tiefenruder, nimmt die Hornet sofort Fahrt auf und schießt
hinaus ins Tal. Dort setzt sie die aufgebaute Geschwindigkeit gut in Höhe
um, durch den bauchigen Rumpf ist sie auch in einiger Entfernung noch problemlos
auszumachen. Auch draußen trägt es, erst mal wird die Kante großräumig
abgeflogen, um Höhe zu
gewinnen.

... wie im dynamischen Segelflug beim überbrücken von
größeren Distanzen
Nach ein paar Runden
werden 150 Meter Überhöhung erreicht und der Starplatz angesteuert.
Jetzt muss die Hornet zeigen, ob sie auch die schnellere Gangart mag. Kurz angedrückt
und dann langsam durchgezogen ein schönen, runden Looping zaubert
sie an den Himmel. Die Überfahrt im unteren Scheitelpunkt wird gleich genutzt
und die Hornet durch die Rolle geschickt. Okay, nicht vorbildgetreu, aber Spaß
macht es eben trotzdem. Hier zeigen sich die Festigkeitsreserven der Tragflächen,
nur eine leichte Durchbiegung ist zu erkennen. Die Fahrt reicht noch für
einen schnellen Vorbeiflug. Mit etwas Ausgangshöhe soll die Wirkung der Landeklappen
erprobt werden. Das Zumischen von Tiefenruder je nach Klappenposition muss sorgfältig
erflogen werden, ansonsten gibt es im Landeanflug böse Überraschungen.
Der erste Anflug erfolgt dann prompt zu hoch, sodass die Klappen voll ausgefahren
werden, die Hornet ist etwas schnell, die Tragflügelenden biegen sich im
Außenbereich nach unten. Also doch zuviel Querruder als Butterfly programmiert!
Im Schritttempo fliegt die Hornet über der Landepiste und wieder ins Tal
hinaus. Der nächste Anflug erfolgt etwas tiefer und mit weniger Klappenstellung.
Die Landeklappen wirken zwar gut, jedoch ist das Moment auf das Höhenruder
deutlich zu spüren. Hier ist noch etwas Abstimmungsarbeit in der Tiefenruderzumischung
notwendig. Nach ein paar Flügen sollte auch dies erledigt sein. Kurz darauf
ist das Modell sanft gelandet und liegt wohlbehalten auf der Piste.

Auch
bei den weiteren Flügen zeigt sich dasselbe Bild: Die Hornet ist vorbildähnlich
im Flugbild, unkompliziert, thermikstark und wendig. Durch das geringe Startgewicht
kann sie bei wenig Wind und ohne durchzusacken auch an flachen Hängen problemlos
gestartet werden.
Positive Bilanz
Die Hornet von Graupner ist ein wunderschönes Semi-Scale Segelflugzeug in
der Vier-Meter-Klasse. Wären da nicht die etwas knifflig einzustellenden
Landeklappen, die Hornet hätte das Zeug zum echten Einsteiger-Großsegler.
Das Flugverhalten und die Ruderabstimmung sind tadellos, die Leistung jederzeit
vorhanden. Nie benimmt sie sich kritisch und das Flugbild ist zeitlos schön.