Im Modellhubschrauber kommen hauptsächlich Zweitakt-Methanol-Motoren
und Benzinmotoren zum Einsatz. Viertaktmotoren werden dagegen aufgrund
ihres schlechteren Gewichts-Leistungsverhältnisses selten in
einem Modellhubschrauber eingebaut. Um den außergewöhnlichen
Rahmenbedingungen beim Betrieb im Modellheli gerecht zu werden, müssen
die Hersteller von Motoren und Mechaniken zu besonderen Maßnahmen
greifen. Nicht zuletzt kann auch der Modellbauer beziehungsweise der
Modellhubschrauberpilot einen deutlichen Beitrag zur Betriebssicherheit
und Langlebigkeit der Modellmotoren leisten.

Schweizer 300 (40er-Motor, rechts)
im Größenvergleich mit Three-Dee-NT (90er-Motor, links)
Der Methanol-Motor
Wie bei den Flächenmodellen auch, können hier die Motoren
grob in 30er, 40er, 50er, 60er und 90er-Hubraumklassen eingeteilt
werden. Diese Zahlen beziehen sich auf den Inhalt des Brennraumes.
Die 30er-Motoren haben bei einem Volumen von etwa fünf Kubikzentimeter
(ccm) eine Leistung von ungefähr einem PS, die 40er bei etwa
6,5 ccm zirka 1,3 PS, die 50er bei etwa acht ccm eine Leistung von
etwa 1,5 PS, die 60er bei etwa zehn ccm eine Leistung von ungefähr
zwei PS und die immer mehr zum Einsatz kommenden 90er-Motoren bei
15 ccm eine Leistung von bis zu 3,5 PS.

Three-Dee-NT (90er-Motor) beim "Rasen mähen"
Im Gegensatz zu den Flächenmodellen, bei denen die Kraft meistens
direkt auf die Luftschraube übertragen wird, kommt beim Modellhubschrauber
ein Zahnrad- beziehungsweise Zahnriemengetriebe oder eine Kombination
daraus zum Einsatz. Dabei wird vom Hersteller ein Übersetzungsverhältnis
ausgewählt, das für die entsprechende Motorengröße
eine optimale Leistung (Drehmoment) bei moderater Drehzahl gewährleistet.
Der Einbau eines deutlich drehmomentschwächeren Motors würde
bei entsprechender Belastung zu merklichen Leistungseinbrüchen,
bis hin zum Motorstillstand, führen. Bei Verwendung eines wesentlich
drehmomentstärkeren Motors, würde es aufgrund der falschen
Übersetzung zu einem starken Anstieg der Motordrehzahl bis hin
zum Überdrehen kommen.
Ein weiterer Punkt, der schon beim Kauf des Antriebs beachtet werden
sollte, ist die Ausführung der Kurbelwelle. Je nach Konstruktion
der Kupplungsmechanik wird ein Antrieb mit lang- beziehungsweise kurzgeschliffener
Kurbelwelle benötigt. Somit haben wir schon den ersten Punkt
erreicht, der den Modellhubschraubermotor von dem der Flächenmodelle
unterscheidet.

Allouette "Lama" in Scale-Ausführung
von Aero-Tec Uwe Welter

Dieselbe Grundmechanik: Einmal als Trainer mit ZG
230 Benzinmotor und einmal als Allouette "Lama" mit ZG 23
Benzinmotor. Beide von Aero-Tec Uwe Welter
Das Anlassen des Helimotors
Beim Flächenmodell mit Luftschraubenantrieb wird der Motor üblicherweise
per Hand oder Elektrostarter direkt am Propeller oder Spinner gestartet.
Nach dem Anspringen dreht die Luftschraube sofort in Motordrehzahl
beziehungsweise Kurbelwellendrehzahl mit. Beim Modellhubschrauber
ist diese Art des Anlassvorganges aufgrund der Masse und des Rotordurchmessers
nicht möglich. Abgesehen von der Verletzungsgefahr für den
startenden Piloten würde die Mechanik in kürzester Zeit
beschädigt. Zudem wären Einstellarbeiten bei laufendem Motor
und mit drehendem Rotor nicht möglich. Daher wird zum Anlassen
des Hubschraubermotors eine Fliehkraftkupplung verwendet. Diese wird
direkt auf der Kurbelwelle befestigt und ist konstruktiv so ausgelegt,
dass während des Anlassvorganges sowie bei Leerlaufdrehzahl kein
Kraftschluss zum Rotorgetriebe vorhanden ist. Beim Erhöhen der
Motordrehzahl werden die Klemmbacken durch die Fliehkraft immer stärker
nach außen gegen die Kupplungsglocke gedrückt, bis ein
hundertprozentiger Kraftschluss entsteht. Diese Kupplungsglocke wiederum
treibt nun über ein Zahnrad das eigentliche Rotorgetriebe an.
Je nach Einbaulage wird der Motor von oben oder unten per Elektrostarter
in Betrieb gesetzt. Dies kann ähnlich wie beim Propellermotor
mit einem Reibaufsatz geschehen. Zumeist wird jedoch eine 30 bis 40
Zentimeter lange Sechskantverlängerung an der Anlasserwelle befestigt,
um den Heli auch durch die Kabinenhaube, beziehungsweise durch den
Rumpf, starten zu können. Diese Verlängerung kann direkt
auf die Kurbelwelle des Motors eingreifen oder es wird, je nach Mechanikkonstruktion,
eine separate, spezielle Anlasserwelle verwendet. Damit der Elektrostarter
nach dem Anspringen des Motors wieder problemlos abgezogen werden
kann, sollte entweder die Anlasswelle des Hubschraubers oder die Starterwelle
des Elektrostarters mit einem Freilauf ausgestattet sein. Dieser Freilauf
verhindert eventuelle Beschädigungen von Mechanik oder Elektrostarter
durch Verkanten der Starterverlängerung.

Aufbau der Trainermechanik mit ZG 230
Die Kühlung des Motors
Durch die zentrale Einbauweise in der Mechanik erreicht den Motor
so gut wie kein Fahrtwind, der zur Kühlung beitragen könnte.
Bei Rumpfmodellen befindet sich der Motor sogar in einem komplett
geschlossenen Raum, in den absolut kein Fahrtwind eintreten kann.
Selbst bei Trainermodellen mit sehr offener Bauweise und kleinen Kabinenhauben
reicht der Abwind durch die Hauptrotorblätter bei Weitem nicht
zur Kühlung aus.
Die folgenden hubschrauberspezifischen Maßnahmen führen
dennoch zu einer ausreichenden Kühlung. Eine konstruktive Maßnahme
am Motor ist der Einsatz von Extremkühlköpfen zur Oberflächenvergrößerung
des Zylinderkopfes. Dies führt zu einer besseren Wärmeabgabe.
Sehr rauhe Oberflächen des gesamten Kurbelwellengehäuses
führen ebenfalls zur Oberflächenvergrößerung.
Auch die Verwendung sehr dunkler Farben für die Motoren, zum
Teil sogar schwarz, führen zu einer besseren Kühlung, da
dunkle Farben Wärme besser abgeben können als helle. Das
Einhalten der Vorgaben in Bezug auf den Wärmewert der Glühkerze
und die Art des Schalldämpfers führt ebenfalls zu einem
optimalen Temperaturhaushalt.
Konstruktive Maßnahmen in der Hubschraubermechanik sind die
Verwendung eines Lüfterrades, das direkt auf der Kurbelwelle
des Motors oder auf einer separaten Welle befestigt wird. Dieses saugt
kühle Luft von oben oder unten an und bläst diese durch
den dazugehörigen Kühlluftschacht direkt auf die Kühlrippen
des Zylinders. Er sollte so eng wie möglich am Motor beziehungsweise
Zylinder anliegen, um eine optimale Kühlwirkung zu erzielen.
Kühlung bringen auch Motorträger aus Metall, welche die
Wärme des Kurbelwellengehäuses über die Motorbefestigung
in die Mechanik ableiten. Die Verwendung des richtigen Kraftstoffes
ist außerdem eine geeignete Maßnahme für eine ausreichende
Kühlung. Es sollte der vom Motorhersteller empfohlene Kraftstoff
verwendet werden. In der Regel besitzen diese Kraftstoffe einen Ölanteil
von ungefähr 15 bis 20 Prozent. Diese Anteile führen zu
einer optimalen Schmierung. Eine "innere Kühlung" des
Motors kann durch einen Nitroanteil von fünf bis 30 Prozent erreicht
werden. Achtung: Wenn Sie Ihren Treibstoff selber mischen möchten,
müssen Sie unbedingt darauf achten, kein hundertprozentiges Methanol
zu verwenden! Ihr Motor würde nach wenigen Minuten Betrieb das
Zeitliche segnen! Es sollte nur 96 prozentiges Methanol mit vier Prozent
Wasseranteil zum Einsatz kommen.

Lüfterrad mit Anlass-Innensechskant und Kühlluftschacht

Der eng am Zylinder anliegende Kühlluftschacht mit Glühkerzenfernanschluss
Der Großteil der oben genannten Punkte ist von den Herstellern
fest vorgegeben und kann nicht ohne größere Eingriffe verändert
werden. Dennoch hat der Modellhubschrauberpilot viele Möglichkeiten
den Temperaturhaushalt seines Motors zu überprüfen und auf
einen optimalen Wert einzustellen: Zum einen sollten die Vorgaben
des Herstellers unbedingt eingehalten werden. Nur selten bringen Abänderungen
sichtbare Erfolge. Oft werden sogar einzelne Eigenschaften, zum Beispiel
runder Leerlauf, Durchzug und so weiter, durch solche Maßnahmen
negativ beeinflusst. Zum anderen sollte die Temperatur des Antriebs
unbedingt, vor allem in der Einlaufphase, überwacht werden. Hierzu
gibt es verschiedene Methoden: Eine gut sichtbare Rauchfahne zeugt
von einem fetteingestellten Motor und somit von einer idealen Voraussetzung
für einen gesunden Temperaturhaushalt. Allerdings kann auch ein
sehr fett eingestellter Motor durch mangelnde Kühlluftzufuhr
zu heiß werden und sogar stehen bleiben. Läuft der Motor
nach der Landung im sicheren Standgas über längere Zeit
rund weiter, ist auch dies ein Indiz für eine Betriebstemperatur
im grünen Bereich. Ebenfalls eine recht gute Möglichkeit
zur Überprüfung der Temperatur ist diese Variante: Sofort
nach Abstellen des Motors mit dem Finger an den Kurbelgehäusedeckel
fassen. Kann der Finger längere Zeit am Deckel verbleiben ohne
zu schmerzen, so ist auch hier die Temperatur in Ordnung. Die einzige
aussagekräftige Methode ist jedoch der Einsatz eines Temperaturmessgerätes.
Sehr bewährt hat sich dabei der auf den Bildern erkennbare Temperaturmonitor,
welcher bei verschiedenen Anbietern für etwa 20,- Euro erhältlich
ist. Mit Hilfe eines doppelseitigen Klebebandes kann dieses kleine
Gerät nahezu überall im Modellhubschrauber befestigt werden.
Auf dem Display kann die aktuelle Betriebstemperatur abgelesen und
die höchste und die niedrigste Temperatur abgerufen werden. Entscheidend
für die korrekte Temperaturanzeige ist die richtige Montage des
Temperatursensors. Dieser sollte, wie in der Anleitung ausführlich
beschrieben, zwischen zwei Zylinderkühlrippen an der luftstromabgewandten
Seite im Bereich des Abgasauslasses montiert werden. Der angezeigte
Temperaturwert sollte idealer Weise je nach Belastung des Antriebes
und nach Außentemperatur zwischen 100 und 120 Grad liegen. Übrigens:
Eine kurzzeitige Erhöhung der Temperatur nach dem Abschalten
des Triebwerks (Kühlluftstrom fehlt) ist ganz normal.

Schweizer 300 von Graupner/JR mit anderem Outfit
und "Tuning-Schalldämpfer"
Begrenzen der Motordrehzahl
Einen indirekten Einfluss auf die Temperatur des Triebwerks hat der
Modellhubschrauberpilot durch die richtige Programmierung der Gaskurve
und durch den Einsatz eines Drehzahlreglers. Durch beide Maßnahmen
kann die Drehzahl des Motors in allen Flugphasen im optimalen Bereich
gehalten werden. Ein ungewolltes Hochdrehen oder gar Überdrehen
des Motors wird so wirkungsvoll verhindert. Die für den Modellhubschrauber
passende Gaskurve muss durch zahlreiche Flüge mit unterschiedlichen
Belastungen (Steig- und Sinkflüge) erflogen werden. Hierfür
gibt es kein Patentrezept - je nach Modell, Antrieb und Flugstil muss
die Gaskurve erarbeitet werden.
Beim komfortablen Einsatz eines Drehzahlreglers werden fest vorgegebene
Drehzahlen für bestimmte Flugphasen zum Beispiel 1.300 Umdrehungen
pro Minute (U/min) für Schwebeflug, 1.500 U/min für Rundflug
und 1.700 U/min für Kunstflug am Hauptrotorkopf exakt eingehalten.
Hierzu wird zum Beispiel ein Magnet im Lüfterrad eingeklebt.
Ein darunter befestigter Sensor nimmt die Drehzahl des Motors ab.
Der Drehzahlregler rechnet mit den eingegebenen Getriebeübersetzungsdaten
die momentane Hauptrotordrehzahl aus. Ist die Rotordrehzahl zu niedrig,
öffnet der Drehzahlregler mit Hilfe des Gasservos das Vergaserküken.
Ist die Drehzahl dagegen zu hoch, schließt der Drehzahlregler
über das Gasservo das Vergaserküken. Auf diese Art und Weise
wird die fest vorgegebene Hauptrotordrehzahl exakt eingehalten.

In Reih und Glied: (von unten nach oben)
- Schweizer 300 (40er-Motor) von Graupner/JR
- Ergo 50 (50er-Motor) von Graupner/JR
- Millenium II (60er-Motor) von Robbe
- Three-Dee-NT (90er-Motor) von Jan Henseleit
- SST-Eagle-Freya (90er-Motor) von Hirobo
Sollte die Motortemperatur auf Dauer deutlich höher als 100 bis
120 Grad betragen, muss mit dauerhaften Schäden bis hin zur Zerstörung
des Motors gerechnet werden. Abhilfe könnte dann der Einsatz
eines wesentlich höher nitrierten Kraftstoffes schaffen, der
zu einer inneren Kühlung führt. Allerdings sollte dies nur
nach Absprache mit dem Motorhersteller geschehen, da Nitro die Leistung
des Motors steigert und bei zu magerer Vergasereinstellung sogar zu
erhöhten Temperaturen führen kann.
Tipp: Fast alle fernöstlichen Hubschraubermechaniken besitzen
nur sehr schwach ausgelegte Lüfterräder und Gebläseluftschächte,
da in Japan ausschließlich hochnitrierte Kraftstoffe geflogen
werden. Für diese Mechaniken sollte von vornherein ein Motor
verwendet werden, der für hochnitrierte Kraftstoffe geeignet
ist. Diese Kraftstoffe besitzen einen Nitroanteil von bis zu 30 Prozent,
sind leider sehr teuer und erhöhen den Kraftstoffverbrauch enorm.
Eine weitere mögliche Ursache für zu hohe Motortemperaturen
kann die Verwendung eines falschen Schalldämpfers oder aber eine
schlechte Abstimmung (Länge) des Resonanzschalldämpfers
sein. Dies führt zu einem Abgasstau und damit auch zu einem Temperaturstau.
Auch hier gilt: Veränderungen nur nach Absprache mit dem Motorhersteller
vornehmen!
Kraftstoffversorgung
Eine sehr häufige Fehlerquelle für einen unrunden Motorlauf
oder Absteller in der Luft ist die Kraftstoffanlage. Um diese Fehlerquelle
ausschließen zu können, sollten folgende Dinge überprüft
werden: Ist der Tank vibrationsgeschützt befestigt, existiert
Schaumbildung im Tank? Sind die Kraftstoffleitungen so lang wie nötig
und so kurz wie möglich? Sind die Schläuche unbeschädigt,
noch weich und nicht porös? Ist der Kraftstofffilter sauber?
Sind die Schlauchverbindungen fest aufgesteckt und gesichert? Ist
das Pendel noch in einem guten Zustand? Ist der Betankungsschlauch
fest und dicht verschlossen?
Und ganz wichtig bei Verwendung von hochnitriertem Kraftstoff: Nach
der Landung muss auch der letzte Tropfen Kraftstoff, eventuell durch
Abklemmen der Kraftstoffzufuhr, im Motor verbrannt werden, da im Motor
verbleibender Kraftstoff zu Korrosionsschäden führen würde.

Bei diesem SST-Eagle-Freya im Flug ist die optimale
Rauchfahne schön zu sehen

Perfektes Rückenschweben mit dem Freya

Verbandsflug: SST-Eagle-Freya zusammen mit dem Sceadu
(50er-Heli von Hirobo)
Der Benzinmotor
Selbstverständlich gelten alle im Kapitel "Methanoler"
erwähnten Dinge im Prinzip auch für den Benzinmotor. Ein
Motor, der sehr häufig Verwendung in Modellhubschraubern findet,
ist der ZG 23 beziehungsweise ZG 230 von Zenoah. Ihr Hubraum hat ein
Volumen von 23 ccm und sie leisten bei 10 bis 12.000 U/min 1,8 beziehungsweise
4,3 PS. Verwendet werden kann ein Öl-Benzingemisch von 1 : 25
bis 1 : 50. Das Kühlgebläse ist bei diesen Motoren integriert.
Auf den ersten Blick könnte man diese Motoren für ganz normale
Industriemotoren halten, wie sie zum Beispiel in Motorsägen und
Motorsensen verbaut werden. Doch dem ist nicht so. Um diese Motoren
für den Einsatz im Modellhubschrauber zu optimieren, wurden diverse
Veränderungen an Elektronik und Zündung vorgenommen. Leider
konnte den Vertreibern keine genaueren Aussagen zu den Veränderungen
entlockt werden. Eines ist jedoch sicher: Es wurde viel getan, um
eine optimale Entstörung der Zündanlage zu erreichen, denn
Zündimpulse können ohne Entstörung zu Störsignalen
im Empfänger führen.
Einlaufen der Motoren
Es hat sich gezeigt, dass diese Motoren im Neuzustand sehr starke
Vibrationen erzeugen und einer Hubschraubermechanik im Einlaufstadium
enorm zusetzen können. Erst nach ungefähr 15 bis 20 Litern
Kraftstoff lassen diese Vibrationen deutlich nach und es kann von
einer Laufkultur gesprochen werden. Da in unserer Gruppe inzwischen
mehrere dieser Motoren im Einsatz sind, wurde von einem Helikameraden
kurzerhand ein Einlauf/Prüfstand konstruiert. Der Motor wird
an einer Aluplatte sicher befestigt. Als "Last" wurde ein
Propeller 16 - 10 Zoll auf die Kurbelwelle montiert. Das Gasservo
wird mit einem Servotester angesteuert. Mit ihm können konstante
Drehzahlen oder aber Intervalle zwischen Leerlauf und Volllast geregelt
werden. Ausgestattet mit einer entsprechend leisen Auspuffanlage und
einem Schutzgitter über der gesamten Vorrichtung, kann der Einlaufstand
auch unbeaufsichtigt im Garten über mehrere Stunden hinweg betrieben
werden. Mit diesem Hilfsmittel findet der Motor ideale Einlaufbedingungen
vor. So vorbereitet kann er nun in die Hubschraubermechanik eingebaut
werden, wo er vom ersten Augenblick an erschütterungsarm seinen
Dienst versieht.

Der Temperaturmonitor ist mit doppelseitigem Klebeband
am Chassis befestigt
Einsatzgebiet der Motoren
Vor allem der leistungsstärkere ZG 230 eignet sich ideal für
den Einsatz in Kunstflugtrainermodellen oder aber auch in vorbildähnlichen
Hubschraubermodellen. Rotordurchmesser von 1,80 bis zwei Meter und
Modelle mit einem Gewicht von bis zu 15 Kilogramm bereiten ihm hierbei
keine Probleme. Sehr angenehme Begleiterscheinungen sind der leise
Ton und die annähernd rauchfreie Verbrennung.
Es ist schon eine feine Sache, wenn man sich nur mit Modell, Sender
und Benzinkanister auf den Modellflugplatz begeben kann und somit
für einen ganzen Flugtag gerüstet ist. Übrigens: Wer
sich an dem Benzingeruch stört, kann bei Landmaschinenhändlern
einen speziellen Kraftstoff auf biologischer Basis kaufen, der absolut
geruchlos ist. Zudem besitzt dieser Treibstoff noch eine höhere
Oktanzahl, als das herkömmliche Benzin. Die mir bekannten Marken
sind: "Stihl" und "Aspen". Einziger Nachteil dieses
Kraftstoffes: Der Preis pro Liter ist annähernd identisch mit
dem Preis für Methanolkraftstoff.
Inzwischen haben diese Benzinmotoren bei uns in der Gruppe zusammen
schon einige hundert Betriebsstunden hinter sich gebracht, ohne auch
nur einen technischen Ausfall. Selbst große Temperatur-, Luftfeuchtigkeits-,
und Höhenunterschiede scheinen ihnen nichts anzuhaben. Größere
Einstellarbeiten wie bei den Methanolmotoren sind hier nicht notwendig.
Helipiloten ohne 3D-Ambitionen, die einen alltagstauglichen Antrieb
für ihren Hubschrauber suchen, sind mit dieser Antriebsart bestens
bedient.
Text und Fotos: Georg Stäbe

E-Starter mit Sechskantverlängerung und integriertem Freilauf
gesteckt auf Motorkurbelwelle bereit für den Anlassvorgang