Es ist müßig zu diskutieren, warum Modelle eigentlich groß sein müssen. Denn bei jeder Art objektiver Abwägung überwiegen nur die Probleme: Stabilitätsfragen, Unterbringung,
Transportprobleme und nicht zuletzt die Kosten der Antriebs-Ausstattung. Allerdings handelt es sich dabei um Argumente, die man allesamt in den Sack „schnöde Vernunft“ packen könnte. Was richten sie schon aus gegen ein Modell, das neugierige Blicke auf sich zieht, sich mit geradezu majestätischer Gelassenheit in die Luft erhebt und dort oben von seinem Original kaum mehr zu unterscheiden ist? Bei Motormodellen stellt sich dabei immer seltener die Frage nach dem benötigten Hubraum, sondern viel mehr nach Volt und Ampere.


Bei dieser Modellgröße ist nicht nurein großes Auto gefragt; auch die Antriebseinheit muss sorgfältig gewählt sein

So es sich bei den vom modelltechnischem Größenwahn Gebeutelten um aufstiegswillige Elektroflieger mit ausreichend Grundwissen und Erfahrung handelt, reduzieren sich derart gigantomanische Anwandlungen zum guten Teil auf ein Kostenproblem, wobei sich hier am Schluss nicht selten auch noch die Transportfrage mit einreiht. Doch, wenn man sich eh’ schon lange diesen Van kaufen wollte …? Wer indes zu den Umsteigern zählt, sich also vom Elektroboom (oder einfach auf Druck der Flugplatzanlieger) auf die Stromschiene locken ließ, wird rasch die Feststellung machen, dass es mit einem leistungsfähigen Motor noch nicht getan ist. Denn bei den Elektromotoren hat ein größerer Motor unweigerlich auch einen größeren (und bislang schwereren) Akku im Schlepptau. Und stante pede werden Ein- wie auch Umsteiger daran erinnert, dass sie noch für ein paar weitere Dinge in die Tasche greifen müssen: Benötigt werden aus dem XXL-Regal noch ein Drehzahlsteller, der die entsprechenden Durchsatzqualitäten aufweist, ein leistungsfähiges Ladegerät (worauf in diesem Beitrag nicht näher eingegangen wird) und eine ergiebige Ladestromquelle.


Dieser bereits hinreichend bekannte 1:2 Fokker-Dreidecker von Franz Schmid wird von einem zusätzlich noch über Zahnriemen untersetzten Torcman-Monster-Außenläufer angetrieben.

Großes Spektrum
Doch hat man diese Kröte erst einmal geschluckt, so schwenkt das Befindlichkeitspendel auch rasch wieder in den Wellnessbereich. Nicht nur, dass Startprobleme nun der Vergangenheit angehören und Motoren gewöhnlich nicht grundlos stehen bleiben. Man stellt auch fest, dass man mit Elektroantrieb ungleich
flexibler ist. Denn während der Verbrenner durch Hubraum und die davon abhängige Propellergröße in seinem Einsatzspektrum weitgehend festgezurrt ist, erwirbt der Amperejünger mit einem umsichtig ausgewählten Elektromotor gleich ein ganzes Bündel von Lösungen. So dreht beispielsweise ein AXI 5320/28 bei 24 Zellen (oder eben acht LiPos) mit 45 bis 50 Ampere Stromaufnahme eine 21-Zoll-Luftschraube mit zirka 4.500 Umdrehungen pro Minute, während dasselbe Triebwerk an 30 Zellen (~ zehn LiPos) einen 18-Zöller mit reichlichen 6.000 Umdrehungen pro Minute herumwirbelt. Für sehr langsame Modelle ist es denkbar, statt zehn LiPos in Reihe (10s) 2 x 5 davon parallel zu schalten (5s2p) und dann einen wahren Prachtkerl von Propeller (geschätzt 24 Zoll) dann allerdings nur mit 3.000 Umdrehungen pro Minute zu bewegen.

Bei anderen Motoren, wie etwa die von Lehner (LMT), lassen sich die Spulen von Dreieck- (³) auf Sternschaltung (Y) umlöten. Dabei springt die Drehzahl auf 58 Prozent des Ausgangsniveaus. Noch wirkungsvoller ist der Zusatz eines Getriebes – eine Lösung, die auch im Zeitalter drehmomentstarker Außenläufer noch nicht all ihre Reize verloren hat. Auf diese Weise ist es sogar möglich, mehrere nur mittelgroße Motoren auf eine Propellerwelle wirken zu lassen und so ganz respektable „Latten“ zu bedienen. Wichtig dabei ist indes immer die richtige Abstimmung. Den zu einem bestimmten Elektromotor passenden Propeller gibt es nämlich nicht. Seine Größe betreffend hat immer die angelegte Spannung (Zellenzahl) ein entscheidendes Wörtchen mitzureden und zwar in einer Weise, die vielen „Antriebsmutanten“ zu Anfang die Stirn in Falten legt: Mit steigender Spannung (und Leistung) muss der Propeller beim E-Motor kleiner werden.


Ein majestätisches Flugbild bietet diese 2,7 Meter große Rascal (SIG) von Dr. Arnim Selinka. Dabei ist sie mit 16 x 3.000-Milliampere-Zellen und einem
Selbstbau-LRK 540/15-18Wdg (4 x 0,56 Quadratmillimeter), der einen 16x8-Dreiblatt-Propeller antreibt, noch sehr bescheiden motorisiert

Größenordnung
Die Frage, welche Modelle in die hier zur Debatte stehende Rubrik gehören, ist sicher nicht ganz leicht zu beantworten. Jedenfalls möchte der Autor hier keineswegs nur auf jene eher Event-orientierten „Monstermodelle“ zielen, die zu bauen ein über das reine Hobby hinausgehende Befassung mit der Materie und eine das Normalmaß übersteigende finanzielle Opferbereitschaft voraussetzt. Als Großmodell im Sinne dieses Beitrags soll gelten, wenn der benötigte Antrieb aus mindestens 24 Zellen (in etwa acht LiPos entsprechend) versorgt wird, der Leistungsdurchsatz sich im Kilowatt-Bereich bewegt und das Modell dabei die Gewichtsgrenze von 5 Kilogramm tangiert oder überschreitet. Eine Einteilung nach Größe erscheint nicht allzu sinnvoll, weil ein solches Modell als Jet vielleicht nur 1,2 Meter Spannweite aufweist, aber dennoch mehrere Kilowatt aus dem Akku schlürft, während ein Vier-Meter-Elektrosegler locker mit 500 Watt auf Höhe kommen kann.


Einer der Großmodell-Vorzüge: sich beim Zusammenbau nicht mehr bücken zu müssen

Wer sich als angehender „Elektriker“ mit der noch ungewohnten Antriebstechnik befasst, wird rasch feststellen, dass er bei einem schüchternen Blick unter die für einen Verbrennungsmotor zugeschnittene Motorhaube das neue Antriebsaggregat förmlich suchen muss. Auch die Masse des neuen Triebwerks wirkt im Vergleich mit einem Kolbentriebwerk von (wirklich und nicht nominal) vergleichbarer Leistung eher verloren. Bei richtiger Auslegung hat ein bürstenloser Modell-Elektromotor einen Gesamtgewichtsanteil von ganzen 5 bis 10 Prozent.

Die Leistung elektrischer Antriebssysteme betreffend wäre erst mal zu klären, was heutig verfügbare Technik bereits hergibt. Bekanntlich ist die Leistung (P) das Produkt aus Spannung (U) x Strom (I). Bei der Spannung liegen wir derzeit – so man sich auf allgemein erhältliches Zubehör beschränken und den finanziellen Rahmen nicht über Gebühr ausweiten möchte – bei maximal 36 (zwölf LiPos) Zellen fest. Das bedeutet beim Laden zirka 50 Volt und eine mittlere Entladespannung von etwa 40 Volt. Wenn der Akku dabei 50 Ampere abdrückt, so landen wir bei einer Eingangsleistung von 2 Kilowatt. Noch mehr in Reihe geschaltete Zellen zu investieren, stößt nicht nur an die Grenzen der derzeit allgemein verfügbaren Ladetechnik, sondern provoziert auch ernstzunehmende Sicherheitsbedenken. Größer und preisgünstiger wird die Auswahl passender elektronischer Komponenten, gibt man sich schon mit 30 Zellen (zehn LiPos) zufrieden. Dann hat man eben nur etwa 34 Volt, was bei 50 Ampere dann die Leistung auf 1,7 Kilowatt reduziert. Wer gleichwohl nach mehr Leistung giert, ist mit noch größeren Schlücken aus der Strompulle zu befriedigen. Dabei kommt diesen Ambitionen entgegen, dass sich Lithiumakkus beliebig parallel schalten lassen. Damit sind hohe Ströme bei gleichzeitig hinreichender Laufzeit abrufbar. 100 Ampere (entnehmbar aus beispielsweise zwei parallelen Kokam 3200HD) und damit 4 Kilowatt (das sind bei 90 Prozent Wirkungsgrad immerhin 5 PS an der Welle) stellten also prinzipiell kein Problem dar, wenn da nicht noch ein paar Dutzend Siliziumchips steuernd und begrenzend zwischen Akku und Motor eingeschleift werden müssten. Und hier, beim Controller, scheint sich die Antriebsleistung zumindest derzeit noch durch eine Engstelle zu quälen. Wer bei der nicht ganz unbedeutenden Regler-Investition kleckert statt zu klotzen, läuft Gefahr, eine Erfahrung zu machen, die im angelsächsischen Sprachraum prägnant mit „Buy cheap, buy twice“ beschrieben wird.


Setzt neue Maßstäbe in Größe und Leistung: Katana S von Hacker-Motoren …

Apropos „twice“, das ist natürlich keine grundsätzlich schlechte Idee, wenn sie denn bloß rechtzeitig kommt. Denn man kann natürlich die benötigte Antriebsleistung auch auf zwei Motoren aufspalten, die dann auch von zwei Controllern herkömmlichen Kalibers gespeist werden. Beim Zusammenführen der Wellenleistung sind dann gängige Getriebe auf Stirnrad- oder Zahnriemenbasis gefragt. Dass man dabei weder eine Notlösung produziert noch ausschließlich Nachteile einhandelt, sei im nächsten Abschnitt etwas näher beleuchtet. Möglich ist auch eine Kopplung von zwei Motoren über eine gemeinsame Antriebswelle. Doch schauen wir uns den Motor eines Großmodells erst mal genauer an.

Die Leistungsfalle
Es ist bekannt, dass technische Großlösungen grundsätzlich effizienter arbeiten. Bürstenlose Elektromotoren, wie sie beispielsweise in Hybridfahrzeugen zum Einsatz kommen, erreichen Betriebswirkungsgrade von über 95 Prozent. Große Modellmotoren, deren Leistungsgrenzen derzeit zwischen 3 und 4 Kilowatt liegen, profitieren bereits von diesem „Größenbonus“, kleben aber noch, da sie dominant auf Leistung getrimmt sind, irgendwo an der 90-Prozent-Grenze fest. Das ist auch in Ordnung, zumal man einfach zur Kenntnis nehmen muss, dass bei Modellantrieben in dieser Größenordnung noch keine hinreichende Erfahrung vorliegt. Auch sollte die Optimierung nicht allein in dieser Richtung erfolgen, sondern, wie bei allen luftfahrttechnischen Entwicklungen, das Gewicht nicht außer Acht gelassen werden. Hier indes beschleicht den Autor bei kritischer Betrachtung des Angebotsspektrums aber doch der Eindruck, dass nicht allein das Gewichtsziel bei einigen Herstellern hinten an steht, sondern auch die aus der Größe entstehenden Probleme nicht hinreichend gesehen werden. Stattdessen werden bereits bestehende Motoren ganz einfach „groß gebastelt“, was gerade bei den Eisenschnitten zu unnötig viel Querschnitt führt. Dies ist natürlich einfacher, als sich vorab Gedanken über den sinnvollen Materialeinsatz zu machen und vorab durchzurechnen, welche Art von Belastung an welchen Stellen auftritt. So muss beispielsweise eine Maschine, die gerade mal reichlich ein Newtonmeter Drehmoment abdrückt, nicht unbedingt eine Acht-Millimeter-Stahlwelle haben. Doch 5 Millimeter Durchmesser sind vielleicht schon wieder zu wenig, um entsprechende Kräfte zu übertragen. Hier setzen erfahrene Firmen (wie zum Beispiel Köhler) auf die Hohlwelle, am besten gleich mit einem geeigneten Propeller-Mitnehmer, der die Durchlüftung befördert.


Wenig Motor in viel Flugzeug. Doch es geht! Johann Zweifel aus Oberwil (Schweiz) hat in diese Piper Cub P18 in 1:2 einen AXI 5330/24 eingebaut, der einen 24 x 12-APC-Elektropropeller antreibt und aus 30 Zellen GP 3300 gespeist wird. Das 5,36 Meter spannende Modell ist vorwiegend aus Holz und Styropor
gebaut und wiegt 20 Kilogramm. Der Gewichtsanteil des Brushless-Motors beträgt dabei gerade mal 3,5 Prozent – ganz sicher schon ein Grenzfall

Vorberechnungen gilt es in Sonderheit in den magnetischen Kreis einer solchen Großmaschine zu investieren. Noch geht es bei Drehmomentmaschinen anscheinend nicht ganz eisenlos, doch hat schweres Eisen nur wirklich dort ein Existenzrecht, wo es dazu beiträgt, den magnetischen Fluss auf kürzestem Wege von Nord nach Süd zu schleusen. Dies ist ein ziemlich schmaler, berechenbarer Grat, außerhalb dessen leichtere Materialien wie Alu, Faserverbundstoffe oder einfach strömende Luft regieren sollten. Denn Großmotoren haben, spätestens seitdem die Lithium-Akku-Technologie Einzug hielt, noch ein weiteres, oft zu wenig beachtetes Problem: Sie werden die anfallende Verlustwärme nicht schnell genug los, weil mit zunehmender Größe das Volumen mit der dritten, die Oberfläche aber nur mit der zweiten Potenz mit wächst. Daher ist es für einen Speed-400-Motor ziemlich unkritisch, 60 Prozent der investierten Leistung verbraten zu müssen, während ein falsch konzipierter Zwei-Kilowatt-Motor schon mit 20 Prozent Verlustleistung nach wenigen Minuten dem Hitzekollaps erliegen kann.


Ei, wo hat sich denn mein Motor versteckt?

Innenläufer haben es in dieser Hinsicht leichter, denn hier liegt die Wicklung als Hauptwärmequelle außen. Oft genügt daher ein verrippter Alu-Überstreifring, um das Verlustproblem zu beseitigen.

Schwerer tut sich bei der Wärmeabfuhr der ansonsten so praxisgerechte Außenläufer, denn sowohl Kupferverluste als auch Eisenverluste entstehen im innen liegenden Stator, der ohne geeignete Vorkehrungen direkten Kühlluftzutritt nicht zulässt. Naiv wäre, einfach nur Luft durch Wickelraum und Luftspalt blasen zu wollen – bei einem optimierten Motor scheint hier wenig Licht durch. Es gibt zwei andere Möglichkeiten: Entweder man leitet wirklich Luft durch, aber dann durch einen Kanal in der Motormitte, oder man lotst die anfallende Wärme mit gut leitenden Materialien raus an die Oberfläche. Die dritte, auch praktizierte Möglichkeit besteht darin, das Triebwerk so groß und schwer zu machen, dass die anfallende Wärme (vorwiegend) im Eisenpaket gespeichert und erst in der anschließenden Flugpause abgebaut wird. Wer fliegt schon wirklich, was energietechnisch heute durchaus möglich wäre, eine halbe Stunde am Stück? Doch verschenkt man mit so einem Eisenklumpen einen Teil der elektrospezifischen Vorzüge. Es sei denn, man ersetzt damit den Bleiballast.


Dieses sehr zweckvoll aussehende Schleppmodell, erbaut von Walter Hertfelder, hat keinen Namen. Es wiegt bei 3 Meter Spannweite 7,5 Kilogramm und gewinnt sicher keinen Schönheitspreis, doch zieht es dank eines Strecker-Außenläufers RS-E 685/40-15 auch noch Segler mit doppelter Spannweite auf Höhe. Der Akkupack, bestehend aus 10s2p Kokam 3200HD, liefert 60 Ampere.
Der 24 x 12-Propeller rotiert mit 5.200 Umdrehungen pro Minute

Gesamtlösungen gefragt
Und hier wären wir bei einem weiteren Stichwort. Gerade bei Flugzeugvorbildern von Motormaschinen mit Kolbentriebwerken liegt das Triebwerksgewicht deutlich über jener Zehn-Prozent-Marge, die heute von modernen E-Motoren erreicht werden. Entsprechend fallen die Hebelverhältnisse aus. Die von ihnen abgeleiteten Modelle sind oftmals vorne zu kurz und hinten zu schwer, um bleifrei elektrisch geflogen werden zu können. Verschlimmernd kommt hinzu, dass auch der moderne Energiespeicher auf Lithium-Basis seiner Leichtigkeit wegen nur noch bedingt zum Austarieren des Schwerpunktes taugt. Wie immer also, wenn ein Problem abgehakt werden kann, taucht dafür ein anderes auf. Umrüstaktionen mit alten Modellen stoßen hier oftmals an Grenzen, zumal im Bereich des hinteren Rumpfauslegers wie auch der Leitwerke nicht viel „weggeschabt“ werden kann. Bei Neukonstruktionen wird man im hinteren Bereich künftig einfach verstärkt auf Gewicht achten müssen.

Doch braucht der wirklich kreative Modellbauer auch bei der „Altbau-Elektrifizierung“ nicht gleich vor der Herausforderung zu kapitulieren, Gewichtsanteile mehr Richtung Front zu locken. So kann man bei den im Leitwerksbereich eingebauten Servos durchaus überlegen, ob es sie heute in gleicher Stärke nicht schon kleiner und leichter gibt und ob die installierte Stellkraft überhaupt benötigt wird (http://www.crb-web.ch/Servo%20Stellkraft-Berechnung.xls); nicht der bescheideneren PS-Angabe seitens des neuen Motors wegen (da lasse man sich durch spät erkannte Wahrheiten nicht täuschen), sondern weil sie nun ohne die vom Motor bisher erzeugten Vibrationen arbeiten dürfen. Bei im Rumpf eingebauten Servos kann eine Vorverlegung ja durchaus hilfreich sein, wobei dann der Empfängerakku am besten gleich mit auf die Reise geht. Den Empfänger selbst hingegen halte man zum Antriebsteil besser respektvoll auf Abstand, auch wenn er noch so schön zwischen Motor und Regler hineingepasst hätte. Auch Brushless-Systeme erzeugen noch ein gewisses Maß an Funkstörungen, nur eben nicht mehr so funkenreich. Bei Maschinen mit zugänglicher und geräumiger Motorhaube hingegen fühlt sich das Triebwerk nicht unbedingt beengt, wenn es rechts und links von Akkus (vielleicht in Form einer Zylinderattrappe) umrahmt wird. Und es gilt in Elektroflugkreisen ja auch keineswegs als total veraltet, noch herkömmliche Ni-Akkus weiter zu verwenden.


So kann man sich lästiger Fragen erwehren – Extra 300L von Markus Rummer mit 260 Zentimeter Spannweite und 12 Kilogramm Fluggewicht


Energiekrise abgewendet
Die wenigsten Modellflugplätze verfügen über einen Stromanschluss. Man muss die Energie also mitbringen. Bei Li-Akkus macht es Sinn, wenigstens die erste Ladung schon zuhause gebunkert zu haben. Bei Ni-Akkus, so sie wirklich Leistung bringen sollen, versagt diese Methode, denn letzteres tun sie nur nach kurz vorher zelebrierter Schnellladung. Mobile Energiequellen von hinreichender Ergiebigkeit sind in jedem Fall gefragt. Die gute alte Autobatterie – auch in der freien Natur abseitiger Modellflugplätze omnipräsent – bot sich da von Anfang an als Mobiltankstelle an. Eine gesunde und hinreichend frische Mittelklasse Kfz-Starterbatterie hat bei Batteriesätzen bis etwa 18 Zellen (sechs LiPos) realistische
Chancen, nach einem ausgedehnten Flugtag auch noch abschließend ihrer eigentlichen Bestimmung gerecht werden zu können. Doch das reißt noch kein Großmodell vom Rasen.
Eine Lösung von fraglos sehr umweltfreundlichem Aussehen stellt das Solarpanel dar. Seine beeindruckende Wirkung auf die dem Modellflugbetrieb kritisch gegenüberstehenden NABU-Streiter bleibt nicht aus. Doch offenbart es gleichzeitig die ganze Crux alternativer Energiegewinnung: Die Sonne scheint wann sie will, und wenn, dann bleibt ihr Beitrag meist ein eher symbolischer. Ein halber Quadratmeter polykristallin blau glänzender Siliziumzellen speist bei idealer Ausrichtung 2,5 bis 3 Ampere in die Zwölf-Volt-Batterie ein. Also Schwamm drüber!

Meist behelfen sich leistungshungrige Elektroflieger deshalb mit einer nur bedingt bandscheibenfreundlichen Lösung: Der zusätzlich mitgeschleppten „Lastwagenbatterie“ (> 100 Amperestunden), die schon ganz erhebliche Zusatzflugzeiten garantiert. Bei bescheidenen Ansprüchen tut’s ja auch schon eine zusätzliche Diesel-Starterbatterie mit zirka 80 Amperestunden im Fußraum, die man bei so zweckentfremdeter Nutzung am besten via Starthilfekabel mit der Batterie im Motorraum verbindet, weil zwei parallele Batterien ergiebiger sind (mehr Spannung und nutzbare Kapazität), als beide getrennt und nacheinander angezapfte Quellen. Auch so genannte „Natowürfel“ aus militärischen Beständen erfreuen sich vielerorts großer Beliebtheit. Die fraglos beste, leider auch mit die kostspieligste Lösung stellt ein zehnzelliges (offenes) NiCd-Akkupack dar, wie es für Elektroroller, Gabelstapler und Ähnliches hergestellt wird. Sie haben den Vorzug, dass im Gegensatz zur Pb-Batterie ihre gesamte Nennkapazität nutzbar ist. Doch das ist die „Profilösung“, nur noch einen Schritt entfernt vom mitgeführten Stromgenerator, der von Honda in einer akustisch sehr zurückgenommenen Version zu haben ist. Denn es soll ja noch Flugplätze geben, wo auch die höchstzulässigen dB-A-Werte noch ein Thema sind.


Als Antrieb dienen der Extra 300L zwei Hacker Getriebemotoren C 50XL, deren Ritzel auf je ein Abtriebsrad (aus Hubschrauber) von siebenfacher Größe einwirken. Bei zirka 50 Ampere dreht die 28 x 12,5-Latte mit 5.200 Umdrehungen pro Minute. Gespeist werden die Motoren aus je einem Lithium-Akkupack Thunder Power 10s3p 2000. Rechts und links je ein Hacker-Controller Master 90-0-ACRO

Über 70
Ein unerwartetes Problem kommt leider auch noch aus der Elektronik-Ecke. Das scheint zunächst unverständlich, schließlich eilt der modernen Mikroelektronik der Ruf voraus, nahezu alles zu können. Doch dürfte gleichfalls bekannt sein, dass neue elektronische Lösungen erst mit hinreichender Stückzahl bezahlbar werden. Und hier stehen wir noch ziemlich am Anfang. Der Mehraufwand an Leistungsbauteilen, die für einen 100-Ampere-Controller zu verlöten sind, rechtfertigt jedenfalls nicht die derzeit noch geforderten Aufpreise. Doch, ruhig Blut; kommt Zeit, sinkt Preis!
Das Elektronikproblem wird verständlicher, wenn man sich erinnert, dass die Entwicklung von Drei-Phasen-Controllern in den zurückliegenden Jahren allein in Richtung Miniaturisierung lief, was natürlich auch die aufnehmbare Verlustleistung – sie lässt sich nicht beliebig minimieren – begrenzte. Erst seit kurzem scheint der gute verrippte Alu-Kühlkörper von den Kunden wieder akzeptiert zu werden. Er nutzt allerdings nur dann etwas, wenn er auch wirklich an die Wärmequellen, die Endtransistoren, herankommt. Da gibt es sicher noch Potenziale, da es auch bei den Controllern den Anschein hat, dass ihre Endstufen einfach von unten nach oben weitergebaut werden (… dann verdoppeln wir eben die Zahl der Transistoren). Eine zusätzliche Leistungsforderung liegt auch im Fliegen mit gedrosselter Leistung, denn sicher bemüht man sich mit einem Großmodell eher um einen dem Vorbild entsprechenden Flugstil. Das schont Akku, Motor und vielleicht die Nerven, erhöht aber die Schaltverluste im Controller.
Die in diesem Kontext betrachtete Reglerspezies ist durch besondere Eckdaten gekennzeichnet. Sie sollte 30, besser 32 Ni-Zellen abkönnen und beim Strom über 70 Ampere reichen. Das ergibt eine nominelle Schaltleistung von mindestens 2,8 Kilowatt. Wenn so ein Ding dann mit wirklich 99 Prozent Effizienz aufwarten sollte, so kämen dabei immer noch nahezu 30 Watt Verlust heraus, die Heizleistung eines Lötkolbens! In jedem Fall ist dem Anwender zu raten, dem hoch belasteten Controller im Modell immer ein Plätzchen mit viel frischer Luft zu reservieren. Was die technische Intelligenz so eines schaltstarken Stücks heute unbedingt können muss, ist die Erkennung einer möglichen Tiefentladung des in dieser Modellklasse meist teuren Antriebsakkus und – genauso wichtig – diese modellverträglich zu signalisieren. Ein Regler, der hier zur falschen Zeit abrupt abschaltet, produziert genau jenen Motorabsteller, den Elektrofreaks sich zu Recht rühmen, eigentlich nicht fürchten zu müssen und versenkt damit schlimmstenfalls das ganze Modell. Besserist hier ein rechtzeitiges, aber sanftes Abregeln der Motordrehzahl.


Host Kühn mit dem Düsen-Oldie F-86 (erbaut von Dirk Juras).
Mit 165 Zentimeter Spannweite und 4,85 Kilogramm schon zumindest an der Schwelle zum Großmodell, was die Antriebsdaten eindrucksvoll
unterstreichen: Motor Lehner 2240/19 High Amp mit Kühlkörper über einen Master 90-0-acro aus 10s4p 1550HDHE (Schübeler)
versorgt. Aeronaut TurboFan 4000, mechanisches Einziehfahrwerk

Wo bleibt die Sicherheit?
Von den im Modellbetrieb vorkommenden Spannungen geht, soweit sie auch beim Laden unterhalb von 65 Volt bleiben, noch keine direkte Gefahr für Leib und Leben aus. Die elektrischen Gefahren sind mehr indirekter Natur. Dass beispielsweise auch kleine Elektromotörchen ganz schön wehtun können, hat mancher schon schmerzvoll erfahren und es braucht nicht viel Phantasie, dieses Problem mit der Antriebsleistung hoch wachsen zu sehen. Doch hier signalisiert die moderne Technik erst mal Entwarnung: Elektronisch kommutierte Motoren können nicht einfach anlaufen, wenn der Stromkreis mal versehentlich geschlossen wird. Der Controller muss dies wirklich wollen und aktiv steuern. Mehr oder weniger aufwändige Initialisierungsprozeduren sind daher eingebaut, um einen Antrieb zu starten. Wenn der Steuerknüppel beim Einschalten nicht auf Null steht, darf erst mal gar nichts gehen (schlimmstenfalls fällt man unbeabsichtigt in den Programmiermodus). Erst mal startklar, schlummert in so einem Triebwerk dann aber ein Vulkan.


Jörg Rehm mit Kompaktjet F-16 von BVM. Spannweite 110 Zentimeter bei
5,5 Kilogramm „Kampfgewicht“. Die Erstausrüstung mit Lehner 2250/14 High Amp mit Kühlkörper über einen Master 90-0-acro – aus 10s2p Kokam 3200HD versorgt – hielt den nahezu 3.200 Watt etwa 30 Flüge lang stand. Derzeitige Ausrüstung: HP 370/40 A1 S mit eingebautem Lüfter, gesteuert über Schulze Controller future 40.160W. Ein aero-naut TurboFan 4000 sorgt für Leistungsabfuhr. Das schon sehr „turbinenlike“ fliegende Modell hat ein pneumatisches Einziehfahrwerk

Liegen die Ströme in der Größenordnung von 100 Ampere, so verdienen auch die Verbindungselementen (Buchsen, Stecker, Kabel) ein verschärftes Augenmerk. Viele der so genannten Büschelstecker wurden bereits vor Inbetriebnahme „tot gelötet“, weil vergessen wurde, zur Ableitung der Lötwärme die Buchse überzustreifen. Sind die Federbüschel erst einmal weich (erkennbar am leichtgängigen Steckvorgang), sind auch hochglänzende „Goldies“ reif für den Müll. Überlastete Stecker sorgen nicht nur für ganz unnötige Spannungsverluste, sondern stellen auch ein permanentes Sicherheitsrisiko dar, weil sie plötzliche Stromkreisunterbrechungen und damit schädliche Spannungsspitzen verursachen können. Die herkömmlichen 3,5- und Vier-Millimeter-Goldstecker verkraften allenfalls Ströme bis maximal 80 Ampere. Darüber müssen sie gedoppelt oder durch die neuen Sechs-Millimeter-Goldkontakte ersetzt werden. 2,5 Quadratmillimeter Adernquerschnitt sind bis 50 Ampere gut, bei mehr sollte auf 4 Quadratmillimeter erhöht werden. Ab 100 Ampere darf es mit 6 Quadratmillimeter auch noch etwas mehr sein.


Eine Menge „Holz“, so ein F16-Antriebsakku! Aber langsam, das ist erst die halbe Miete …


Notabschaltung
Nicht immer reicht die Alltagserfahrung, um sich vorzustellen, was Akkus moderner Bauart auf einigen Kubikzentimeter an Energie speichern und sekundenschnell mobilisieren können – durchaus nicht immer nur in der gewünschten Weise. Ein versehentlicher Kurzschluss hat fatale Folgen und das meist nicht nur für die Batterie. Wenn man zum Auftrennen der Steckverbindung – falls überhaupt noch möglich – vorher noch die Fläche abmontieren muss, ist meist nichts mehr zu machen. Daher ist bei Großmodellen ein leicht zugängliches „Not-Aus“ in Form einer von außen zugänglichen Steckbrücke nun wirklich keine Spinnerei. Diese hilft auch, den Energiespender rechtzeitig, das heißt unmittelbar nach dem Flug, galvanisch abzukoppeln. Vergisst man dies mal (was erstaunlich oft vorkommt) und lässt den Controller so einige Tage lang kontinuierlich um die 30 Milliampere Ruhestrom aus dem Akku „nuckeln“, dann ist die Tiefentladung sicherer als die Rente. Und namentlich bei Li-Akkus, die davon garantiert nicht besser werden, kann diese teurer werden, als ein bisschen Benzin zu verschütten.


…, denn der Rest folgt weiter hinten

Ja, es war eben schon immer sehr unvernünftig, ausgerechnet ein größeres Elektro-Modell haben zu wollen! Paradoxerweise wächst die Zahl der Vernunftverweigerer von Jahr zu Jahr, wie sich an Veranstaltungen wie Aspach leicht feststellen lässt. Doch hat es nicht etwas im wahrsten Sinne „Erhebendes“, sich auch mal von Vernunft freimachen zu können?


Rascal-Nase: Alles Schwere kommt weit nach vorne


Interessante Lösung: Zwei AXIs auf einer Achse. Vorteil: Zwei Controller
teilen sich die Arbeit


Turbinenhubschrauber elektrisch: Zwei Tango 45-07 treiben gemeinsam den Rotor, ein Hacker-Motor übernimmt die Hecksteuerung


Köhler-Motor aus der actro-60-Reihe mit Hohlachse und passendem,
die Durchströmung förderndem Propeller-Mitnehmer


Eine mögliche Lösung des mobilen Energieproblems ….


… und eine andere


Für ein „Not-Aus“ eignen sich solche Steckverbindungen am allerbesten


So ist das leider im beginnenden LiPo-Zeitalter: Wer den Schaden hat, braucht für dessen fotografische Verewigung nicht zu sorgen! Oftmals (nicht immer) hilft schon ein einfacher, gut erreichbarer Not-Aus-Schalter … und schont die Rumpf-Beplankung


Auch eine Möglichkeit, die anfallenden Verluste wegzublasen (gesehen in der großen Horten von Franz Schmid)

Text und Fotos:
Ludwig Retzbach

Controller

Drei-Phasen-
Drehzahlsteller,
auch als (Motor-)
Controller bezei-
chnet, werden
durch Hoch-
leistungsmotoren
erheblich belastet.
Die daraus resultie-
rende Wärme muss
durch intensive
Luftkühlung abge-
führt werden. Dies
geschieht bei der
obersten Leistungs-
klasse durch Küh-
körper, die mit den
Leistungstransis-
toren in direktem
Wärmekontakt
stehen. Leider ist
festzustellen, dass
bei einigen Control-
lern die Grenzdaten –
namentlich der
Dauerstrom – gerne etwas
optimistisch ange-
geben werden.
Eventuell
vorhandene Zusatz-
angaben von Kurz-
zeitbelastungsdaten
auf dem Datenblatt
(zum Beispiel 120
Ampere für maximal
10s) sollte man
überlegen lächelnd
mit schwarzem Lack-
stift unkenntlich
machen. Sie irritieren
nur! Im Nachfolgenden werden einige bereits
erprobte Typen kurz
vorgestellt.


Schulze

Derzeit größter (130
x 72 x 17 Millimeter)
und leistungs-
stärkster
Drei-Phasen-
Motorcontroller
für modelltechnische
Anwendungen. Bei
einem Spannungs-
bereich von zehn bis
32 Ni-Zellen oder drei
bis zehn Li-Zellen
vertragen die von
einer innen
durchgehenden
Kupferplatte
gekühlten TO220-
Leistungs-FETs bis zu
170 Ampere
Motorstrom
(alternativ existiert
auch noch die
Hochvoltversion
future-40.160H. Sie
verträgt maximal 40
Ni- oder zwölf Li-
Zellen bei 160 Ampere
Dauerlast.). Die
Steuerung hat den
simpel erscheinenden
future-Standard mit
„Mäuseklavier“.
Mithilfe von sechs
DIL-Schaltern werden
Betriebsart, Bremse,
Anlaufverhalten,
Timing (in vier
Stufen) sowie
Taktfrequenz (9, 19
oder 38 Kilohertz)
damit eingestellt.
Entsprechend der
möglichen Stromhöhe
ist der Controller mit
je zwei parallelen
Vier-
Quadratmillimeter-
Akkuanschlüssen
ausgestattet, die auch das
Parallelschalten
von zwei Akkus
erleichtern.
Motorseitig verfügt
er über neuartige
Sechs-Millimeter-
Goldstecker, die das
Anlöten von Sechs-
Quadratmillimeter-
Motorkabeln erlauben.
Diese Querschnitte
sind angesichts der
zulässigen Ströme als
angemessen zu
betrachten. Leider
liegt der Preis dieses
kraftvollen
Motormanagers mit
etwa 600,– Euro ein
bisschen jenseits von
Gut und Böse.
www.schulze-
elektronik-gmbh.de


MASTER 77
– O – Flight
(opto)

Jeti model
Der Controller ist
hinsichtlich Leistung
(und deren
Einschränkungen) mit
dem Jeti advance 77
opto plus eng
verwandt, verfügt
aber über
weitergehende
Einstellmöglich-
keiten und ist
damit wirklich
sehr universell
verwendbar. Als
zusätzliche Features
wären die erweiterten
Verstellmöglich-
keitendes Timings
in vier
Stufen von 2 über 5
bis 30 Grad sowie die
mögliche Variation
derTaktfrequenz
von 8 über 16 bis 32
Kilohertz zu
erwähnen. Es ist
somit auch der
Betrieb mit
sehr induktivitäts-
armen Motoren wie
etwa Kontronik
Tango 45
möglich. Die
Grundprogrammier-
ung kann, wie üblich,
über den
Steuerknüppel
erfolgen. Erweiterte
Möglichkeiten und
reichlich
Einstellkomfort bietet
die Master Prog-Box.
So können damit
neben verschiedenen
Bremshärten, Steller-
oder Regler-
betriebsart
auch Abschalt-
spannung,
Stromlimits, Umpolung
und vieles mehr
verstellt werden.

MASTER 90
– O – ACRO
(opto)

Controller mit den Features des Master –O – Flight, jedoch bei acht bis 32 Ni-Zellen oder drei bis zehn Li- Zellen bis 90 Ampere Dauerstrom belastbar. Ein großer Kühlkörper trägt der enorm hohen Schaltleistung von bis zu 4 Kilowatt Rechnung. Aufgrund des höheren Gewichts ist die Platine mit Befestigungs- bohrungen versehen. Etwas paradox wirken die drei Motoranschlüsse mit nur 2,5 Quadrat- millimeter Kupferquerschnitt (4 Quadratmillimeter sind Standard in dieser Klasse). Anzumerken
wäre hierbei, dass die Momentanströme, verantwortlich für den Spannungsverlust auf der Leitung, in den Drei-Phasen- Motorzuleitungen den gleichen Wert haben wie auf den Batteriezuleitungen. Lediglich der gemittelte Strom – nach ihm richtet sich der Grad der Erwärmung – beläuft sich pro Leitung auf Zweidrittel des Eingangsstroms. Es empfiehlt sich bei längeren Motorleitungen, die dünnen Kabel auf 15 bis 20 Millimeter zu kürzen und mit angemessenem Kupferquerschnitt zu verlängern. www.hacker- motor.com

actronic 80-32
(opto)

Köhler Elektromotoren
Die actronic-Controller
sind auf die actro-
Motoren abgestimmt.
Der Typ 80-32 wurde
daraus für die neuen
Actro-Motoren der
60er-Serie
weiterentwickelt. Bei
einem
Spannungsbereich von
14 bis 32 Ni-Zellen ist
ein Maximalstrom von
80 Ampere zulässig.
Durch die
Fokussierung auf die
Motoren-
„Hausmarke“ entfällt
beispielsweise die
Notwendigkeit der
Taktfrequenz-
verstellung und
Variation des
Anlaufverhaltens
(Außenläufern
kommen gewöhnlich
ohne Getriebe aus).
Die Anpassung der
restlichen
Betriebsparameter
erfolgt über
Steckbrücken am
Controller. Auf diese
einfache Weise lassen
sich die Bremse
aktivieren,
Drehrichtung umkehren, von Steller- auf Regelerbetrieb umschalten sowie die Kommutierung von adaptivem auf Constant-Timing 30 Grad (automatisch) umschalten. Letzteres ist vor allem bei der 60er-Motorserie nötig. Das große Kühlblech verbessert die Wärmeabfuhr sehr beträchtlich, macht aber einen heftig kühlenden Luftstrom in keiner Weise überflüssig.
www.aeronaut.de
www.actro.de

Dymond MASTER 80 (opto)

Castle Creations
Der Controller erfüllt
in dem
eingeschränkten
Betriebsbereich von
fünf bis maximal 20
Zellen die hier
gestellten
Bedingungen (BEC bis
zwölf Zellen, sonst
Plus-Empfängerkabel
abklemmen).
Hinsichtlich der
Strombelastung
profitiert er von der
Verwendung sehr
widerstandsarmer
Niedervolt-FETs.
Dennoch ist die volle
Ausnutzung der
Stromgrenze von 80
Ampere nur bei
mindestens
„insensibel“ (noch
besser
abgeschalteter)
Strombegrenzung
möglich und nur bei
extrem guter
Belüftung und eher
kurzen Teillastphasen
wirklich
empfehlenswert.
Ansonsten wartet der
Dymond 80 mit allen
Features auf, die
heute von modernen
Controllern erwartet
werden können:
Unterspannungs-
abschaltung,
Strombegrenzung,
Bremshärte und
-verzögerung, Steller-
/Reglermodus, drei
Timingstufen,
Abschalten oder
Drosseln bei
Unterspannung
wählbar, drei
Taktfrequenzen 11, 22
und 44 Kilohertz
wählbar. Die
Einstellung erfolgt
entweder über
Knüppel oder per USB-
Programmierkabel
(Jamara
Bestellnummer
081520) und
DownloadPHX-Link
Interface-Software.

Phoenix HV-85
(opto)

Opto-Controller von
Castle Creations mit
allen sonstigen
Features des Dymont
Master 80, jedoch auf
bis 36 Zellen (zwölf
LiPos) erweitertem
Spannungs- sowie bis
auf 85 Ampere
erweitertem
Strombereich. Zur
Abfuhr der
anfallenden
Verlustwärme dienen
drei übereinander
gestapelte, seitlich
verrippte Kühlplatten.
Dank dieser wirklich
großflächigen
Wärmeabfuhr macht
der Regler seine
Hausaufgaben.
Allerdings darf auch
hierbei, wie bereits
erwähnt, die
Strombegrenzung
nicht zu sehr in
Richtung „feinfühlig“
programmiert sein.
www.
castlecreations.com
/downloads.html


advance 77 opto
plus
Jeti model

Der „Volksregler“
für gehobene
Leistungsansprüche.
Sein Spannungsbereich
reicht von acht bis 30
Ni-Zellen, also drei bis
zehn Li-Zellen. Der
Maximalstrom von 77
Ampere ist schon als
das vollständige
Ausreizen der
technischen
Möglichkeiten zu
verstehen. Namentlich
bei Ausnutzung des
vollen
Spannungs-
bereiches klappt dies
aufgrund der
vollständigen
Schrumpfschlauch-
einhüllung nur bei
wirklich optimaler
Belüftung. Von einer
Entfernung des
Schrumpfschlauches
ist gleichwohl
dringend abzuraten,
da dieser das
Kühlblech hält. Die
Verstellmöglichkeiten
dieses Reglers sind
den normalen
Anforderungen der
Modellflugpraxis
angepasst. Per
Steuerknüppel lässt
sich die Bremse
aktivieren oder
abschalten und das
Timing
(„Frühzündung“) in
zwei Stufen („soft“
und „hard“)
verstellen. Mit der
(teilweise sogar
beiliegenden) Prog
Card lassen sich
weiter Features wie
das Abschalte-
verhalten,
„Gas“-Kurve sowie die
Anpassung an den
Akkutyp hinsichtlich
des Unterspannungs-
schutzes (Ni oder Li)
beeinflussen.
http://www.rcez.de

 

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© Wellhausen & Marquardt Medien 2005