Es ist nicht leicht, zu Lebzeiten
schon Legende zu sein. Die Funtana von Weiershäuser hat es geschafft.
Flugtags-besucher sind hell begeistert und kein renommierter
Veranstalter glaubte in der letzten Saison auf bodennah zelebrierte
Torquerollen mit diesem Topmodell verzichten zu können. Dabei
handelt es sich bei der Funtana von Weiers-häuser keineswegs
um einen 3D-Funflyer im Großformat.
Nein, das Nachfolgemodell "pro" der Ur-Funtana schmückt
sich mit Tugenden, die man im dreidimensionalen Erlebnisraum beinahe
schon vergessen hatte: Kein bis ins Extreme getriebener Leichtbau,
gemäßigte Flächenprofildicke, spitz zulaufende Endleisten,
ausgeformte Leitwerke. Und ganz wichtig: Der Klebstoff, der all dies
zusammenhält, steckt bei Lieferung noch in der Tube. Ja, ein
richtiger Holzbaukasten wie anno Knips, der Leisten und Brettchen
enthält. Dazwischen allerdings verbergen sich große Mengen
zeitgemäßer Maßanfertigung: CNC-gefräste Rippen
und Spanten, GFK-Teile wie Motorhaube, Spinner, Fahrwerksbügel
und Radverkleidungen diese ausnahmsweise mal fix und fertig-,
nebst tiefgezogener Kabinenhaube als Rohling ohne erkennbare Markierung
ja, Strafe muss sein! Das Ganze also gut vorbereitet, aber
kaum vorgefertigt.

Die Funtana ist ein 3D-fähiges Kunstflugmodell für gereifte
Hobbyisten, die bau- wie flugtechnisch ihren Freischwimmer (oder besser
vielleicht auch den Fahrtenschwimmer) bereits in der Tasche haben.
So wird auch verzeihlich, wenn die Bauanleitung Wissenswertes zuweilen
nur spärlich preisgibt. Dabei nötigte das immerhin 16-seitige,
bebilderte, schwarz-weiße, DIN-A4-große Opus dem Autor
gediegen Respekt ab: Der Aufbau erscheint logisch, jeder Satz wirkt
durchdacht, schnörkellos mit Informationen gepackt, sodass es
bisweilen lohnt, manchen davon zweimal zu lesen und sich dabei stets
zu fragen: Warum wurde gerade das geschrieben? Leider wird die Tugend
gedämpfter Mitteilsamkeit zuweilen etwas "hyperkultiviert":
An einigen Stellen scheint den Autoren der Bauanleitung der Griffel
aus der Hand und zeitweilig unauffindbar in einen großen Haufen
Balsaspäne gefallen zu sein oder aber sie ließen sich von
der Erkenntnis leiten: Nur wer nichts sagt, sagt nichts Falsches!

Erst mal Staunen
Folgt man der Anleitung, so beginnt der Aufbau mit den Leitwerken.
Deren verzapfte Rippen werden freistehend auf den Scharnierträgern
aufgereiht und verklebt. Es ist verblüffend: Obgleich die Auflagefläche
von minimaler Größe und das Balsaholz von leichter Beschaffenheit
ist, fluchten die Ausschnitte für Nasen- und Endleiste exakt,
dank absoluter Präzision der Frästeile. So gerät diese
einleitende Bauphase zu einer lustvollen Ouvertüre für alle
unter fertigmodellbedingtem Entzug leidenden Holzwürmer.
Der Flächenaufbau erfolgt auf einer mitgelieferten Hellingleiste
und bedarf einiger vorausgehender Überlegungen. Denn auch Modellpiloten
mit gediegener Bauerfahrung laufen Gefahr, hier möglicherweise
bautechnisches Neuland zu betreten. So werden die Rippen an je zwei
Vier-Millimeter-Carbon-Rundstäben aufgefädelt, wie einst
die Bananen über Josephine Bakers Lenden. Den Abstand zwischen
ihnen, auch hier durchaus von Interesse, regeln die bereits zugeschnittenen
Verkastungsbrettchen. Wirklich wahr: Sitzt einfach! Nix Schleifarbeit,
nix Einpassen.

| Die Rippen werden erst an
zwei Kohlerohren aufgefädelt |
Der Flächenaufbau erfolgt
auf
Hellingleisten. Man achte auf den geraden Verlauf der Wurzelrippe
|
Erwähnenswert erscheint, dass man erst mal die beiden Wurzelrippen
stehend, wie in der Bauanleitung dargestellt, fest verkleben sollte,
ehe man den Rest der Fläche auf dem 1:1 Bauplan liegend
weiter baut, sonst kann es passieren, dass man später eine lustvoll
geschwungene Wurzelrippe mit einer Rumpfwand von humorloser Gradlinigkeit
versöhnen muss. Im Grunde gibt es zum Flächenaufbau viel
mehr nicht zu sagen, denn es ist hinlänglich bekannt, dass die
Qualität der Klebstellen hier ganz unmittelbar die Stabilität
und damit die Sicherheit beeinflussen. Dies gilt in besonderem Maße
für die Verbindung von Aufnahmerohr und Holmverkastung, wo man
überlegen könnte, ob statt eingedicktem Harz nicht verbindlicher
einige Glasseidestreifen (vielleicht zusätzlich) zu investieren
wären.
Den nun folgenden Aufbau der nicht eben sparsam dimensionierten Querruderstreifen
betreffend ein kleiner Tipp: Hektisches Hin- und Herblättern
der Bauanleitung bleibt fruchtlos; es steht wirklich nicht mehr drin.
Dies ist umso bedauerlicher, als an dieser Stelle auch der Vorbereitungsgrad
der voluminösen Querrudernasenleiste nicht den verwöhnenden
Standard des bis dahin Bekannten erreicht. Ein einziges Schnittbild
im Plan ist alles, woraus sich ersehen lässt, dass die fünf
Scharniere je Flächenhälfte auf einer 2/3-Linie durch die
Profilhöhe verlaufen und dass für ausreichend Schrägung
behufs torquemäßiger Ruderausschläge zu sorgen ist.
Wohl dem, der daran gedacht hat, die Scharnierschlitze vor dem Einbau
der Rippen festzulegen und einzuschneiden, der einen Balsahobel sein
eigen nennt und damit umzugehen versteht, denn es sind viele Späne,
die da fallen müssen.

Soll man so was Schönes wirklich hinter Folie
verstecken?
Der Aufbau des Rumpfes hingegen ist geradezu reichlich bebildert und
gut erklärt. Und wenn der Modellbauer daran denkt, dass man stets
ein rechtes und ein linkes Seitenteil benötigt, kann allzu viel
nicht mehr schief gehen. Die Rumpfkonstruktion wirkt bei der Nachfolgeversion
"pro" übrigens deutlich stabiler, besteht aus Balsabrettern
mit Ausschnitten im hinteren Bereich, verstärkt durch aufgeleimte
Pappelsperrholzteile und Balsaeckleisten. Auf dem Plan ist der Rumpf
um 50 Prozent verkleinert dargestellt, was nicht zu schrecken braucht,
denn für den Aufbau wird nur ein gerades Baubrett von ausreichender
Größe benötigt. Die Position der einzelnen Rumpfspanten
ist durch die Verzapfung mit den Seitenteilen genau festgelegt. Man
beginnt damit, die Spanten erst mal mit einer auf dem Baubrett fixierten
Seite zu verleimen. Da der Rumpf sich nach hinten zu verjüngt,
verändern sich die Einklebewinkel der Spanten beim Verleimen
des zweiten Seitenteils ein wenig. Zügiges Arbeiten und die Verwendung
von Weißleim sorgen für die nötige Flexibilität.
Der fertige Rumpf möchte, mit Gewichten beschwert, ausreichend
lang aushärten dürfen. Währenddessen sollte Mutti nicht
unbedingt Wäsche aufhängen müssen, da sich die hierzu
vorgesehenen Klammern zwecks Fixierung des Rumpfoberteils großenteils
im Bastelraum befinden. Danach können die Balsa-Diagonalleisten
eingepasst werden, die dem Langrumpf die notwendige Stabilität
verleihen. Da all dies sehr verständlich erklärt ist, sei
nur noch auf die etwas kritische Verbindung zwischen Kopfspant und
Fahrwerksbrett hingewiesen. Hier musste die Verzapfung leicht nachgefeilt
werden. Eine zusätzliche Sicherung dieser hochbelasteten Verbindung
durch aufgeharztes Glasgewebe wäre nicht ganz verkehrt.
Der Aufbau des abnehmbaren Oberteils erledigte sich beinahe von selbst,
wäre er nicht mit dem Einpassen der Kabinenhaube verbunden. Letzteres
stellt den Erbauer dann noch mal vor eine weitere Geduldsprobe. Vorschlag:
Die fehlenden Fingerzeige der Bauanleitung ersetzen wir einfach durch
kreative Phantasie, die zu haben auch dann nicht schadet, wenn es
schließlich um die Verspannung der Leitwerke geht, bei deren
Anbringung einige Tipps des Herstellers nicht wirklich schaden könnten.
Bebügelt wurden die durchsichtigen Teile übrigens mit transparentem
Oracover light. Danach sollte man die Höhenruderteile ruhig noch
mal kritisch begutachten, weil man hier sehr leicht einen Verzug hineinbügelt.
Antriebswahl
Aufgrund ihrer leichten und dennoch stabilen Bauweise eignet sich
die Funtana "pro" sehr gut auch für Elektroantrieb.
Dass alles, was ein solches Flugmodell können sollte, damit auch
funktioniert, war bereits auf einigen Flugtagen zu sehen, noch lange
bevor die Lithiumitis ausbrach. Die Funtana wurde also erst mal für
30 Zellen NiCd bzw. NiMH ausgelegt, für deren Unterbringung sich
der an der Unterseite verlaufende Auspufftunnel anbot (sofern man
dort eine stabile Decke einzieht). So kommt man von außen an
den Akku heran, ohne das Rumpfoberteil abzunehmen.
Was den Motorjob anging, war natürlich zuerst an einen der neuen
LRK- Außenläufermotoren gedacht worden. Leistung und Drehzahlverhalten
ließen nur einen Flyware T-REX 20/270 in Frage kommen. So ein
14-poliger Muskelprotz wiegt indes 570 Gramm. Mit 530 Gramm kaum leichter
gibt sich der bereits Funtana-erprobte Hacker C50 XL Acro plus 6,7:1-Planetengetriebe.
Er hat als Innenläufer im Bereich der Dynamik ein kleines Plus:
Drehzahländerungen werden aufgrund des kleineren Rotordurchmessers
(Masseträgheit) rascherer umgesetzt; beim Hoovern kein Nachteil.

So sah es bei abgenommener Motorhaube ursprünglich
aus ...
...
und so letztendlich
Wahlsieger blieb aber schließlich ein Lehner-Motor des Typs
1940/15 (Dreieck), der zusammen mit einem Reisenauer-6:1-Super-Chief-Getriebe
ganze 390 Gramm auf die Waage bringt. Er empfiehlt sich als teillastoptimiert
und ist daher gehalten, ohne Kühlkörper ans Werk zu gehen.
Kühlluft bekommt er indes durch ein unterhalb des riesigen GFK-Spinners
verstecktes "Nasenloch". Dass es mit so einem vergleichsweise
kleinen Aggregat gehen müsste, haben Piloten wie Michael Ramel
und Peter Holzapfel (mit dem allerdings kleineren E-Faktor) schon
gezeigt. Wahrscheinlich wäre angesichts der relativ hohen Stromspitzen
eine Motorvariante mit 13 Windungen vorzuziehen, dann allerdings mit
einer Richtung 7:1 tendierenden Getriebe-Untersetzung.
Bei der langen Nase der Funtana lohnt es sich, einige Gedanken an
eine leichtgewichtige, jedoch stabile Motoraufhängung zu verschwenden.
Schnell war klar, dass ein Trägerkonstrukt aus vier Sieben-Millimeter-Kohlerohren
die gewichtsgünstigste Lösung darstellte und auch genug
Festigkeit bot, zumal, wenn man ihm, neben den üblichen vier
Schrägstützen, noch zwei dünne Diagonalstreben zur
Aufnahme des Motordrehmoments spendierte. Auf eine zusätzliche
rückseitige Abstützung des leichten Triebwerks konnte
so ursprünglich gedacht verzichtet werden. Dies erwies
sich dann als leider nur grundsätzlich richtig.
Genauer gesagt nur so lange, wie zwecks Messung der zu erwartenden
Ströme diverse Klapplatten montiert wurden. Als es dann schließlich
eine Elektro-APC 20 x 13-Zoll-Latte in Stellung ging, gab es urplötzlich
kurz vor "Vollgas" eine heftige Vibration, die ein Stück
Kopfspant um eine der CFK-Stützen herum einfach herausriss und
die bislang jungfräuliche Funtana ungefolgen schon zum Reparaturfall
machte.
Die Ursachenerforschung erwies sich als schwierig, denn es lag weder
eine messbare Unwucht noch ein erkennbarer Blattspurlauffehler vor.
Auf die vermutlich richtige Fährte half schließlich ein
Vortrag von Daniel Schübeler, der sich mit dem "Resonanzerscheinungen
und biegekritischen Drehzahlen bei Impellerantrieben" befasste.
Denn natürlich stellt eine solche vierbeinige Stellage ein schwingfähiges
System dar, das mit etwa 28 Zentimetern Beinlänge eine recht
niedrige Resonanzfre-quenz haben dürfte. Ist der Resonanzfall
im Bereich der Arbeitsdrehzahl des Antriebs gegeben, genügt die
geringste Anregung, um das System in starke Schwingung zu versetzen.
Die Lösung: Eine zusätzliche rückseitige Abstützung
des Antriebsaggregats. Sie bringt nicht nur mehr Festigkeit, sondern
erhöht, wie ein Saitenabgriff am Gitarrenhals, die Eigenfrequenz
des Systems. Unterstützend dazu wurden die Kohlerohre von vorne
bis zum Hilfsspant durch eingeharzte Buchenrundstäbe versteift.
Los geht's
Mit 30 Sanyo-RC-2400-Zellen ließ sich der Schwerpunkt gerade
so einstellen, dass der Akku vorne auf dem Fahrwerksbrett zu liegen
kam und das An- und Abklemmen der Akkukabel durch die untere halbrunde
Haubenöffnung erfolgen konnte. Der Wägzeiger blieb mit dieser
Akkuzuladung oh Freude kurz vor fünf Kilo stehen.
Für Vortrieb zuständig war ein Freudenthaler-Klapp-Propeller
20 x 13 Zoll, dessen Steigung sich durch ein Schränk-Mittelstück
(- 2,5 Grad) auf etwa 11 Zoll reduziert. Damit saugte der Lehner etwa
45 Ampere. Um das Aneinander-Gewöhnen zu erleichtern, wurden
die Ruderausschläge erst mal auf etwa 70 Prozent reduziert und
etwas Expo eingestellt.
Nein, so vielen Monate Bauzeit bleiben beim Erstflug nicht ohne Einfluss
auf den Puls. Doch der Start war dann problemlos. Nach wenigen Metern
hob das Modell ab und durfte erst mal Sicherheitshöhe gewinnen.
Gottlob zeigte die Funtana "pro" keinerlei Starallüren.
Sie benahm sich absolut neutral und führte dank ihrer Größe
alle Befehle mit hinlänglicher Gelassenheit aus. Etwas Eingewöhnung
forderte die ausgeprägte Neutralität, mit der sie in jeder
einmal eingenommen Fluglage zu verharren versucht, namentlich in Rückenlage.
Spannende Frage: Geht sie nun senkrecht? Ja, sie tuts irgendwie
schon! Doch für 3D-Kunststücken reicht das nicht. Allerdings
war dies angesichts dieser Abstimmung und etwas betagter NiCd-Zellen
auch nicht ernsthaft zu erwarten. Als beinahe ein Quantensprung erwies
sich dann aber die Umstellung auf 30 Zellen GP-3000. Der Autor schätzt
diesen Typ, weil hier Aufschrift und Inhalt in einem beinahe "altmodisch"
anmutenden Verhältnis stehen. Wegen des höheren Gewichts
lässt die Funtana damit die Fünf-Kilo-Grenze zwar schon
unter sich, doch zeigte bereits der "gefühlte" Standschub,
dass man nun in einer anderen Liga spielte. Denn die höhere NiMH-Systemspannung
schlägt dank niedrigem Innenwiderstand auch noch jenseits der
50-Ampere-Marke durch. Somit Neustart im Schaut-her-was-ich-kann-Modus:
Kurz rollen, ziehen und zügig senkrecht bis an die na,
sagen wir Wohlfühlgrenze. Das war also schon mal gebongt!
Bald durfte das Modell in acht bis zehn Metern Höhe beweisen,
dass es einige Sekunden Hoovern kann und sicher schöne Torquerollen
fliegen könnte, wenn nur der Pilot ... Im Fall des Falles reicht
ein heftiger Gasstoß, um himmelwärts in sicherere Gefilde
zu entfliehen. Doch es geht auch genüsslich langsam bis zügig.
Das Modell erweist sich als talentierter Kunstflieger, der aber ohne
unangemessene Hektik durch die Figuren geht. Andererseits zählt
die Funtana "pro" auch nicht zu jener Spezies moderner Maxi-Parkflyer,
mit denen man zwar herrlich torquen kann, ansonsten aber keinen auch
nur halbwegs geraden Vorbeiflug schafft. Und beim Landen profitiert
man natürlich von einer angenehmen Überziehfestigkeit. Zu
den möglichen Flugzeiten sei nur angemerkt, dass im waagerechten
Flug 50 Prozent "Gas" schon zu eher flotten Manövern
führt.
Doch noch Lipos
Um es gleich zu sagen: Es klappt auch ohne. Doch schreiben wir 2004
und es wäre kaum zu begreifen, wenn ein neuer Supersportwagen
auf den "Turbo" verzichten müsste. Somit erging ein
Nachrüstungsbeschluss.
Investitionen dieser Größenordnung wollen natürlich
bedacht sein. 30 Ni-MH-Zellen in Reihe ersetzt man bekanntlich durch
zehn Lipos. Doch wie kommt man auf gut 50 A? Nun, da hilft Parallelschalten.
Die freie Verfügbarkeit von Einzelzellen, die gemessenen Leistungen
sowie die in bescheidenem Ausmaß schon vorhandenen Praxiserfahrungen
sprachen für Kokam-Zellen. Prinzipiell kann man den LiPo-Bonus
auf zweierlei Art genießen: Durch mehr Kapazität oder durch
geringeres Gewicht. Auch Mischformen sind möglich. Lässt
man dazu den Preis nicht ganz außer Acht, so bieten sich für
die kapazitätsbetonte Lösung beispielsweise fünf parallele
1500HD an, die mit 10 A je Einzelzelle allerdings schon sehr an der
Grenze wären. So eine Batterie hätte dann 7,5 Ah Nennkapazität,
das heißt etwa die 2,5-fache Laufzeit des bisher üblichen.
50 Zellen davon wiegen zusammen unkonfektioniert (!) 1600 g (statt
1800).

Die beiden 5S10P KOK 340HD-Batterien werden mit einer
M6-Nylonschraube unverrückbar festgeklemmt
Die Leichtgewichtsvariante besteht aus zehn parallelen 340HD, welche
die nicht ganz die hohe Energiedichte der 1500HD aufweisen, dafür
aber eine Dauerbelastung von je 5 A ganz locker wegstecken, es zusammen
auf 3,4 Ah bringen und unverlötet etwa 900 Gramm wiegen. Die
damit mögliche Laufzeit lässt sich mit plus 15 bis 20 Prozent
gegenüber den 3000-mAh-Ni-MH einschätzen. Da man mit der
NiMH-Auslegung locker schon über 10 Minuten wirklich behände
durch die Luft turnen konnte, schien die zu erwartende Laufzeit akzeptabel,
zumal die LiPos sich kaum erwärmen und deshalb unverzüglich
nach dem Landen sofort wieder an den "Tropf" gelegt werden
dürfen.
Die Zellen wurden in der im Beitrag "Lithium-Traumakku oder Alptraum?"
beschriebenen Weise zehnfach parallel geschaltet und dann zu je zwei
5er-Packs angereiht. So eine (2 x 5) S10P340HD-LiPo-Batterie bringt
es inklusive Anschlusskabel, Stecker und sechspoliger Einzelzellenherausführung
und allem verbindendem Drum und Dran dann knapp auf 1000 Gramm, sodass
gegenüber einer komplett verlöteten 30-zelligen GP-3000
(1880 Gramm) doch nahezu 900 Gramm eingespart werden. Das "Kampfgewicht"
der Funtana "pro" sinkt damit auf ca. 4,2 kg. Der "Vollgas-"
Strom outet sich mit 52 A bei 5800 Umdrehungen pro Minute (rpm) am
20 x 11-Zoll-Propeller.
Rumpfdeckel
mit Kabinenhaube abgenommen: Von Platznot keine Spur!
Der LiPo-Jungfernflug, der an einem ungemütlich temperierten
Januartag stattfand, war dann erst mal recht unspektakulär. Das
Modell ließ sich zwar sofort nach dem Start auf den kürzest
möglichen Weg nach oben schicken, doch so rasant wie mit NiMH
ging der Himmelsstürmer nicht zur Sache. Dies lag wohl mit an
den niedrigen Temperaturen (+ 2,5 Grad Celsius), denn erst nach mehreren
Versuchen schien bei den LiPos die Lust an derartigen Himmelfahrtskommandos
zu wachsen. Nach kurzer Schwerpunktkontrolle und etwas "warm
up" dann die ersten Versuche zu Hoovern. Oh ja, da war der Unterschied
schon recht deutlich: Nicht nur, dass das Hängen an der Schraube
mit weniger "Gas" zustande kam, auch die unvermeidlichen
Ausbruchversuche verlaufen so gemächlich, dass mehr Zeit für
Korrekturen blieb. Ja, leicht fliegt sich eben leichter! Es fällt
auf, dass alle Figuren langsamer und mit weniger Motordrehzahl gelingen.
Dies bleibt nicht ohne Auswirkung auf die mögliche Flugzeit.
Als dieser keineswegs nur beschaulich absolvierte LiPo-Erstflug nach
der NiCd-üblichen Flugdauer von knapp sechs Minuten vorsichtshalber
beendet wird, ist der kaum fühlbar erwärmte 3400-mAh-Akku
noch über 50 Prozent voll. Wie sich kurz darauf zeigen wird,
lassen sich ganze 1630 mAh nachladen! Auch an die weiter reduzierte
Landegeschwindigkeit könnte man sich irgendwie gewöhnen.
Dennoch: Zwischen der Energiequelle NiMH und Lipo liegen keine Welten!
Der LiPo-Bonus muss, soll er voll ausgekostet werden, auch durch den
Kopf des Piloten gehen. Dort sollte klar sein, dass der Tuning-Erfolg
nicht auf einem stärkeren Antrieb, sondern auf einer abgespeckten
Karosse beruht. Der digitale alles-oder-nichts-Flugstil, in Zeiten
knapper Motorleistung gerechtfertigt, ist endgültig out, weil
unnötig und unwirtschaftlich. Stattdessen entdeckt der Drosselknüppel
das weite Feld zwischen den beiden Anschlagpositionen, dosiert und
steuert mit. Die Funtana dankt es, indem nach 10 engagierten Luftspielminuten
der Akku gerade mal 65 Prozent leer und dann eine gute halbe Stunde
später auch schon wieder nahezu voll ist. Für noch längere
Am-Stück-Flugzeiten besteht eigentlich kein Bedürfnis, vielleicht,
weil es der eingefleischte Elektro-Motorflieger einfach nicht gewohnt
ist?
| Weiter Flüge
stellen rasch Vertrautheit mit dem Modell her, das einem doch
langsam wie ein Giga-Slowy mit "Kunstflug zum Mitdenken"
verwöhnt. Alles Reagieren hat einfach Zeit, ohne jedoch gleich
in den zuweilen etwas schlingernden Flugstil typischer Fun-Flyer
verfallen zu müssen. Mit der Funtana sehen auch große
Loopings gut aus, nicht nur solche, die um das Höhenruder
kreisen.Und schließlich gelingt
es dann auch mal, sich bei so einer
|
Seitenruderservo von unten
|
Torquerolle nicht zu versteuern, wenn die Funtana
einem eben den Bauch entgegenstreckt. Ein Loblied auf die Langsamkeit!
Fazit
Ein absolut besonderes, spaßbetontes Kunstflugzeug, das aber nicht
zu der Kategorie jener Modelle zählt, die man nur solange braucht,
bis man sie endlich hat! Man kann hier "mitwachsen", weil
wohl immer der Mensch am Knüppel die gemeinsamen Möglichkeiten
begrenzt. So wird der Lernende aufgrund der gemütlichen Gangart
nicht sofort überfordert. Und der "Profi" wird sich beim
Fliegen mit der Funtana nicht so bald langweilen, weil sie von sich
aus neue Flugideen nicht ausbremst. Sie schafft Raum für Kreativität,
was schon in der Bauphase losgeht, wobei man nicht eine, sondern seine
Funtana "pro" entstehen sieht. Vielleicht liegt ja gerade
dort das Geheimnis einer Wegbeschreibung mit bisweilen fehlender Markierung?
Das Modell ist aufgrund günstiger konstruktiver Merkmale, hoher
Festigkeit und des geringen Rohbaugewichts für elektrischen Antrieb
geradezu prädestiniert, wobei LiPos kein Muss, allenfalls das Sahnehäubchen
sind. Dank gutmütiger Flugeigenschaften ist die "pro"
auch von Piloten ohne Siegertreppchen-Ambitionen gut zu beherrschen.
Und die Torquerollen in Ameisenkniehöhe kann man ja erst mal mit
einem "Shockflyer" üben!

Die
koreanische Ruderclique. Die Abtriebshebel, auch die schönen blauen
aus Metall, dürften ruhig etwas länger sein
|
Text und Fotos: Ludwig Retzbach

So kommt das Leitwerk aus dem Kasten ...

... so passgenau
in Form ...

... bis es rohbau-fertig auf dem Baubrett liegt

Auch bei den Rumpfspanten
ist viel nicht zu verwechseln, denn alle Ausschnitte
passen haargenau

Und so sieht das
Rumpfgerippe aus

Dieser Motorträger hätte beinahe genügt (die Dia-gonalstreben
nehmen das Motor-drehmoment auf)

Beim Einbau der Hartfaser- Ver-spannungshalter
(im Kasten enthalten) wird man leider etwas allein gelassen

Höhenruder, zum
Servoeinbau vorbereitet
Von der Leichtigkeit
des Ruderns!
Der Bauplan empfiehlt
hitec-Digitalservos. Dabei kriegt jede Höhenruderhälfte ein
blitzschnelles (0,15 s/60 Grad) HS 5245MG, das 32 g wiegt und bei 4,8
V immerhin 44 Ncm bewältigen soll. Für den Rest der beweglichen
Flächen setzt Harald Weiers-häuser auf das elitäre HS
5945MG (0,16 s/60 Grad; 110 Ncm bei 4,8 V), das aber 59 g wiegt. Das
geht schon aufs Gewicht. Ergo erging der Beschluss, dass nur das Seitenruder
mit Full Power wedeln dürfe, die beiden Querruderhälften haben
sich mit je einem HS 5245MG zu begnügen. Basta! Soll doch der Pilot
erst mal beweisen, dass seine Steuerkünste dieses eitle Maß
an Ruderfolgsamkeit überhaupt ver-dienen. Versorgt werden die muskel-gespickten
Ruder-sklaven von einem 4-zelligen NiMH-Akku KAN 950, mit der Nachrüstoption
einer fünften Zelle. Ein bewährter Graupner-MC 18- Empfänger
vervollständigt die Fernsteuer-Crew.
|