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Bisher galt der nach dem LRK-Prinzip gebaute Außenläufermotor als drehmomentstark. Dieses Attribut überzeugte. Schließlich ging es darum, große, effektiv arbeitende Luftschrauben direkt antreiben zu können. Er galt als Kraftathlet. Gern nahm man dabei in Kauf, dass die Goldmedaillen für Sprint und Effizienz an die Innenläufer verliehen wurden. Nun versucht man, neue Motorvarianten auch für hohe Drehzahlen zu frisieren. Macht das Sinn und kann das überhaupt gelingen? Die Denkrichtung dabei ist klar: Der 14-polige Außenläufer ist ein Meister der Drehmomentdichte, der Turbodiesel unter den Elektromotoren eben. Er erzeugt mehr Newtonmeter pro Kilogramm Motormasse (Nm/kg) als jeder andere Motortyp. Gelänge es nun, aus ihm auch noch mehr Drehzahl herauszukitzeln, so käme der Motorenmarkt erneut in Bewegung. Damit würden dann beispielsweise auch Speedmodelle bis hin zum Impellerantrieb LRK- fähig. Dabei läge nicht nur ein beachtlicher Gewichtsvorteil auf der Hand, auch das leidige Temperaturproblem, die Geißel aller in schlecht belüftbar dünne Röhren eingesperrten Innenläufer, wäre mit einem Schlag behoben. Denn derzeit der LiPo-Zeit sterben hoch belastete Innenläufer-Maschinen immer öfter an der Überhitzung der Magnete. Eine Todesursache, die Außenläufer schlichtweg nicht kennen, denn die Rotorglocke fungiert so ganz nebenbei als zentrifugal arbeitendes (Selbst-) Kühlgebläse. Für Powerfreaks Allerdings galten hierfür bisher zwei Grundvoraussetzungen noch als unerfüllt: Zum einen die mit der siebenmal höheren Polwechselfrequenz wachsenden Ansprüchen an den Motorcontroller und die damit linear wachsenden Schaltverluste. Zum andern, und das erscheint noch gravierender, wachsen die Eisenverluste im Stator des Außenläufers überproportional mit der Drehzahl. Und es bleibt vorerst das schwer zu lösende Problem aller Außenläufer, diese Verluste inklusive derer aus dem Wicklungskupfer wegzukühlen. Die Summe beider Verlustposten macht einen Motor, sofern mit tropenfestem Draht bewickelt, zwar nicht augenblicklich kaputt, so doch aber merkbar ineffizienter. Auslöser für die hier dargestellten Überlegungen war übrigens ein Flugerlebnis der besonderen Art: Beim E-Meeting in Aspach 2006 flog Manfred Pfeiffer den Blade von aero-naut mit zwei 89-Millimeter-MidiFans, angetrieben von je einem Außenläufer (!) AXI 2820-10. Da sich die Motoren (nspez º 1100 rpm) parallel aus einen 9S4800-Kokam-Akku speisen, liegen schon die Standdrehzahlen deutlich jenseits von 33.000 Umdrehungen pro Minute (rpm) für die beiden speziell abgestimmten Jeti-Advance-77-opto-HS (high-Speed-Version, soft Timing) offensichtlich kein Problem mehr. Und nachdem auch die Flugleistungen weder hinsichtlich Dauer noch im Hinblick auf Geschwindigkeit und Steigvermögen Wünsche offen ließen, besteht wohl Anlass, diesbezüglichen Potenzialen auf den Grund zu gehen. Die Speedvariante Für diese Art des embedded Engagements wird von AXI ein Kühlpropeller angeboten, der auf der Rotorrückseite montiert, die Luft von hinten aus dem Motor saugt. Die deutlich unterquadratischen Statorproportionen des AXI 2814 sind dabei sehr hilfreich, denn ein Motor, dessen Blechpaket nur gerade mal halb so lang ist (14 Millimeter) wie der Statordurchmesser (28 Millimeter), wird zwar niemals Spitzenwirkungsgrade hervorbringen, ist aber noch relativ gut über die Wickelköpfe zu kühlen. Zudem neigt eine kurze Rotorglocke weniger dazu, bei den extrem hohen Drehzahlen ins Schwingen zu geraten. Wer andersartige Flugabenteuer plant und jetzt in ein 5:1-Planetengetriebe investiert (Gewichtsplus 20 bis 30 Gramm), liegt grob und ohne Getriebeverluste gerechnet abtriebsseitig im Bereich von 5.000 rpm und 1 Nm, was der Charakteristik einer 17- bis 18-Zoll-Luftschraube entspricht. Natürlich ist das Experiment nicht dauerbetriebsfähig, weil bei ansteigender Kernerwärmung ein solcher Motor sehr rasch schlechter wird. Doch sind der Dauer von extrem steilen bis hin zu senkrechten Steigflügen und dafür macht das Ganze Sinn ja noch anderweitig Grenzen gesetzt. Es zeigt sich aber, dass die Außenläufer offensichtlich noch nicht am Limit sind. Die Entwicklung neuer, schneller kommutierender Controller unterstützt diesen Trend. Wichtig ist sicher auch, dass man in derartigen Extremfällen der Motorkühlung noch mehr Beachtung schenkt, denn trotz eines respektablen Eta (gemessen wurde er bei für Hotliner typischem Kurzzeitbetrieb) werden in obigem Beispiel fast 150 W (= Leistung eines Klempnerlötkolbens) in wenigen Gramm Metall abgespeichert. |
Wichtig dabei zu wissen ist, dass beim Außenläufer die Statorwärme am wirksamsten über Körperkontakt entsorgt wird. Am besten, man verschraubt die Maschine an einem gut belüfteten Spant aus (gelochtem) Alu. Auch wurde schon erfolgreich mit einem Kühlflansch (Alu-Distanzstück zwischen Motor und Getriebe) gearbeitet. Bringt uns das
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