Wer kennt sie nicht, die beeindruckenden Bilder von Kunstflugseglern, die in ein tiefes Tal hinunterjagen, um anschließend mit abenteuerlichen Flugmanövern weit über den Horizont hochzuziehen. Oder die Bilder von Großseglern, die vor schroffen Felswänden kreisend sehr schnell Höhe gewinnen, in gleißendem Sonnenlicht fliegen, während gleichzeitig die Wolken von oben zu sehen sind. Diesem Reiz des alpinen Segelfliegens kann sich kaum ein Pilot entziehen.


Die Kuhwiese auf der Gerlitzen bietet viel Platz. Leider wird er deutlich enger, wenn die neugierigen Milchtiere im Wege stehen

Segelfliegen am Hang, speziell im alpinen Raum, unterscheidet sich in einigen Dingen grundsätzlich vom Fliegen in der Ebene. Die Landemöglichkeiten sind nicht so weiträumig wie im Flachland. Die Luft ist dünner und die Landegeschwindigkeit deshalb höher. In vielen Gebieten entwickelt sich die Thermik erst am Nachmittag, sodass ein zu früher Start mit Sicherheit zur Außenlandung führt. Die meisten Alpinflieger vertrauen bei der Suche nach Thermik auf den Einsatz eines Varios. Es minimiert das Risiko einer Außenlandung und damit auch das Risiko der Beschädigung oder des Totalverlustes. Man muss bedenken, dass die Verhältnisse im Gebirge viel extremer als in der Ebene sind. Auf- und Abwinde mit mehreren Metern pro Sekunde sind möglich. Die dabei auftretenden Kräfte stellen entsprechende Anforderungen an die Festigkeit der Modelle. Trotzdem empfiehlt es sich, nicht nur die schweren Kaliber mitzunehmen. Zum Antesten eignen sich für viele Gelände HLGs und F3B/F3J- aber auch Elektromodelle. Mit diesen kann man die Zeit bis zur berühmten „Hammerthermik“ am besten überbrücken. Wer mehrere Tage in die Alpen zum Modellfliegen fährt, sollte also mindestens ein Modell für die schwachen Bedingungen am Vormittag oder späten Abend mitnehmen. Für den Nachmittag benötigt man dann eher stabile Modelle, die auch bei starkem Aufwind heruntergeflogen werden können. Ideal sind hier Kunstflugsegler, F3B/F3F-Modelle und natürlich Großsegler mit ausreichender Festigkeit. An Hängen wie der Gerlitzen, Seiser Alm oder dem Hahnenmoos können selbst Segler mit sechs Metern oder mehr Spannweite problemlos eingesetzt werden.


Direkt am Alpengasthof Pacheiner ist der Westhang der Gerlitzen, hier besorgt man sich gegen 5,– Euro Pfand die Kanalklammer. Wer hier übernachtet, kann meist von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang fliegen


Am Wasserturm starten meist die Gleitschirmpiloten, was es für Modellflieger deutlich weniger attraktiv macht

Neben den richtigen Modellen sollten auch Ersatzteile und die passenden Klebstoffe mitgenommen werden. Es gibt nichts Ärgerlicheres als nach mehreren hundert Kilometern Anfahrt und einem zum Teil beachtlichen Fußweg am Hang zu stehen und nach dem ersten Flug festzustellen, dass das Höhenruder- oder Querruderservo defekt ist. Wenn man nicht gerade, wie an der Gerlitzen, bis zur Startstelle mit dem Auto fahren kann, sollte man auch einen Rucksack dabei haben, in dem man Essen und Trinken sowie das notwendigste Werkzeug für die kleineren Reparaturen, wetterfeste Kleidung und gegebenenfalls auch den Sender unterbringen kann. Richtig ausgerüstet steht dem alpinen Segelflugvergnügen fast nichts mehr im Weg.


Die große Einsamkeit kommt auf der Gerlitzen meist nicht auf; vielleicht der Preis dafür, dass man bis direkt an den Hang mit dem Auto fahren kann


Das Gipfelhaus ist die zweite Übernachtungsmöglichkeit oben auf der Gerlitzen. Auch hier können auf der Sonnenterasse Leib und Seele gestärkt werden

 

Gerlitzen
Besonders geeignet für Alpinfluganfänger ist die Gerlitzen in Kärnten. Der Gipfel der Gerlitzen hat eine Höhe von 1.911 Metern. Man kann sich das Gelände am besten als eine Art Hochplateau vorstellen. Auf diesem geht man einfach die wenigen Meter bis zu dem Hang, an dem gerade der Wind hochkommt. Aus diesem Grund ist es für Modellflieger geradezu ideal.

Damit der Flugbetrieb in geordneten Bahnen verläuft, holt sich jeder Modellflieger im ansässigen Alpengasthof Pacheiner gegen eine Kaution von 5,– Euro seine Frequenzklammer. Diese berechtigt zum Fliegen. Ist die gewünschte Frequenz schon vergeben, ist Quarzwechsel oder Klammerbesitzer suchen angesagt. Die ideale Windrichtung dort ist West, denn dann wird direkt vorm Pacheiner geflogen. Hier befindet man sich bei den Autos und in den Pausen kann man das Treiben der anderen von der Sonnenterasse aus bei Kaffee und Kuchen verfolgen. Hier kommt jeder auf seine Kosten. Egal, ob Schmeißgeier – Neudeutsch HLG – oder Großegler mit fünf Metern Spannweite, die Landeflächen sind exzellent und ohne Steine. HLGs und leichte F3B/F3J-Modelle landen oft im hohen Gras, Großsegler einfach 20 Meter weiter weg butterweich im Kurzgras. Da der Hang eine Art Kessel bildet, kann man bei entsprechender Sonneneinstrahlung ab Nachmittag mit sehr guter Thermik rechnen, sodass hier auch Kunstflugsegler ideale Bedingungen vorfinden. Dreht der Wind mehr auf südliche Richtungen, so muss man etwa 200 Meter weiter Richtung Wasserturm wandern. Hier sollte man sich aber seine Landestelle genau anschauen, im Zweifel lieber ein paar Meter laufen, um den Steinen etwas aus dem Weg zu gehen. Leider sind hier häufig viele Gleitschirmflieger, sodass immer Vorsicht angesagt ist. Bei echtem Südwind kann man dann weiter hinten in Richtung Ossiacher See beziehungsweise Hotel fliegen. Hier hat man oben eine flache, große Wiese.


Für Großsegler herrschen auf der Gerlitzen ideale Bedingungen


Eine Pilatus B4 ist aus jeder Fluglage gut zu erkennen und deswegen ideal für alpines Fliegen

Außenlandemöglichkeiten sind an dieser Stelle eher bescheiden. Die Wahrscheinlichkeit, einen größeren Segler zwischen Sträuchern, Steinen und Sesselliftbahn unbeschadet zu landen, ist recht gering. Hier werden bei schwachen Bedingungen also meistens F3B/F3J-Modelle zum Testen eingesetzt, da diese einen großen Aktionsradius mit hervorragenden Flugleistungen kombinieren. Wenn es dann mit der Thermik so richtig los geht, kann man auch Kunstflugsegler und Großmodelle herausholen. Bei Südost bis Ost-Nordost dreht man sich einfach und fliegt auf derselben Wiese, dann aber Richtung Osten am Blaubeerhang. Die Außenlandemöglichkeit in den Blaubeerbüschen stellt keine echte Alternative dar, wird aber dennoch genutzt. Bei Wind aus Nord bis Nordwest fliegt man hundert Meter nördlich vom Pacheiner auf der Kuhwiese. Wie der Name schon sagt, muss dort mit Tieren gerechnet werden.

Die Gerlitzen bieten insgesamt ideale Voraussetzungen für den Einstieg in das alpine Segelfliegen. Hier findet man alpine Thermik ohne schwierige Landebedingungen, eine wirkliche Ausnahme im Alpenraum. Vom Großsegler über F3B/F3J-Modelle bis zum Handlaunchglider – alles kann hier geflogen werden.


Flitschenstart einer DG 800 mit sechs Metern Spannweite. Das Schlauchgummi wird an einem Haken in der Schleppkupplung eingehängt und gibt großen und schweren Seglern den nötigen Schwung

Hahnenmoospass
Ein weiteres Beispiel ist der Hahnenmoospass im Berner Oberland. Dort stehen verschiedene Hänge zur Verfügung, die sowohl dem Anfänger die natürliche Angst vor der „Tiefe“ nehmen, als auch dem Experten eine Herausforderung bieten können. Direkt am Hotel können Alpinflugfrischlinge erste Erfahrungen sammeln und sich an die hochalpine Umgebung und die dünne Luft auf 1.950 Metern gewöhnen. Wer hier absäuft, kann problemlos auf grünen Wiesen außenlanden. Bis zur Mittagszeit bleibt man meist in Hotelnähe, die richtige alpine Thermik ist ohnehin erst ab der Mittagszeit zu erwarten. Dann stehen neben den Hängen Schalmi, Skilift und Bänkli in unmittelbarer Hotelnähe, mit Lavey, Luegli und Metsch drei weitere Hänge zur Verfügung, die dann das richtige Hochgebirgsgefühl aufkommen lassen. Steigen jenseits der Vier-Meter-pro-Sekunde-Grenze ist hier ab Mittag oft eher die Regel als die Ausnahme. Das morgendliche Fliegen beginnt meistens mit HLGs oder F3B/F3J/F3F-Modellen direkt am Hotel oder Skilift. Dieser ist auch bestens geeignet, um später Großsegler mittels Gummistart in die Luft zu bringen. Hier findet man oft schon nach dem Frühstück gute Thermik. Der Schalmi ist der Haushang neben dem Hotel. Hier kann bei West- und Ostwind geflogen werden. Letzteren bezeichnet man als Bise. Richtung Osten fällt der Hang extrem steil und felsig ab, eine Außenlandung ist zwar auch hier möglich, bedeutet aber immer ein Risiko und ist mit einem längeren Spaziergang verbunden. Gelandet wird deshalb immer auf der Westseite.


Ob Großsegler oder Kunstflugmodell, am Luegli hat jeder Spaß am Fliegen

Hier hat man eine große Grasfläche zur Verfügung. Wer nicht ganz so geübt ist im Landen, läuft einfach ein paar Meter den Berg hinunter und hat es dann im weniger steilen Bereich deutlich einfacher. Trotzdem ist es am Schalmi nicht so einfach zu landen, wie der erste Blick vermuten ließe. Bei stärkerem Ostwind bildet sich ein tückischer Leerotor aus, der selbst manch geübtem Piloten schon Bastelstunden im Hotel beschert hat. Bei Westwind besteht dagegen die Schwierigkeit darin, dass mit Rückenwind gelandet werden muss, wodurch die Modelle in der ohnehin schon sehr dünnen Luft noch schneller daherkommen. Während bei Ostwind vornehmlich im Hangwind geflogen wird, ist die Westseite mehr für Thermikflüge bekannt. Sehr beliebt ist der Schalmi auch bei Anhängern des Dynamic Soaring, da er in einem bestimmten Bereich nach beiden Seiten steil abfällt und somit beste Voraussetzungen vorhanden sind. Am Fuße des Schalmi vorbei führt der Weg zum Metsch. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten, das Fluggelände zu erreichen. Zwei Wege führen um den Berg herum und einer an einem Grat entlang, steil nach oben.

 


Der Metsch ist bei Westwind eine von drei Alternativenam Hahnenmoos


Von der Hotelterasse hat man das Landefeld am Schalmi optimal im Blick

Egal welchen Weg man wählt, nach spätestens einer Stunde ist man an der Startstelle. Man hat dann Richtung Westen einen begrünten Kessel vor sich. Ab etwa 13 Uhr entwickelt sich hier die Thermik. Bei gutem Westwind kann man die Modelle schon von der Hotelterrasse aus herumheizen sehen. Bisher war einer der größten Vorteile des Metsch das Restaurant in unmittelbarer Startplatznähe. Kaffee und Kuchen auf der Terrasse mit der einmaligen Aussicht sind alleine schon den Aufstieg wert. Allerdings sollte man sich vorher erkundigen, ob das Restaurant geöffnet hat. Bei Westwind bietet sich mit dem Lavey eine großartige Alternative. Den Lavey erreicht man nach etwa 30 Minuten Fußmarsch vom Hotel aus. Es geht hierbei am Skilift vorbei den sehr steilen Berg hinauf. Vor allem mit größeren Modellen ist es eine ziemlich anstrengende Schinderei. Nach den ersten Flugminuten ist das aber wieder vollständig vergessen. Die Startstelle befindet sich 150 Höhenmeter über dem Hotel. Richtung Nordwesten liegt ein riesiger Kessel mit steinigem Untergrund, der von der Sonne gut aufgeheizt wird und am Nachmittag dann für Hammerthermik sorgt. Steigen mit mehr als vier Metern pro Sekunde ist am Lavey keine Ausnahme. Hier hat man also das ideale Gelände, um mal zu testen, wie schnell ein F3B/F3F-Modell wirklich wird und was im Kunstflugsegler tatsächlich drin steckt. Wer allerdings im falschen Moment startet, findet sich im Handumdrehen 150 Meter tiefer kämpfend wieder. Außerdem ist das Landefeld am Lavey relativ klein und uneben. Während der RCN-Modellflugwoche stellten sich die Neulinge nicht selten die Frage, wo man dort überhaupt landet. Unter Anweisung kamen dann die meisten nach kurzer Eingewöhnungsphase damit zurecht. Wer gut zu Fuß ist und in steilem, unebenem Gelände klarkommt, ohne immer auf den Weg schauen zu müssen, der kann, wenn der Wind nicht zu spitz kommt, am Skilift starten und mit dem Modell in der Luft zum Lavey hoch laufen.

 


Der Flying Circus bringt Mitte Juli hunderte von Piloten und Zuschauer auf das Fisser Schönjoch


Fiss bietet eine beeindruckende Kulisse für Großsegler aller Artl


Am Serfauser Feld werden hauptsächlich Modelle bis 4,5 Metern geflogen

Umgekehrt kann man natürlich auch am Lavey starten, Höhe bunkern und dann am Skilift in Hotelnähe wieder landen. Neben dem Schalmi bietet sich bei Bise (Ostwind) natürlich auch das Luegli an. Nach etwa 45 Minuten verhältnismäßig ebener Wanderung, vorbei an Schalmi und Metsch, ist man an der Startstelle. Man fliegt hier in unmittelbarer Nähe einer beeindruckenden Felswand, die manchen vielleicht von meinen Modellvideos bekannt sein dürfte. Am Luegli hat man eine relativ große, grüne Landefläche zur Verfügung. Das Fliegen vor der Felswand ist immer wieder atemberaubend. Ab 13 Uhr setzt hier meist die Thermik ein und hält oft bis zum Abend. Außenlandemöglichkeiten sind allerdings Fehlanzeige und die Chancen, sich eine Beschädigung bei einem Absaufer einzufangen, sind sehr groß. Neben den tollen Hängen bietet das Hotel auch einen riesigen Bastelraum, sodass jeder die Möglichkeit hat, Schäden vor Ort zu beheben. Je nachdem, was die Piloten mitbringen, wurden hier auch schon komplexe Reparaturen durchgeführt. Nicht wenige Piloten haben dann festgestellt, dass sie am Hahnenmoos eigentlich mehr Platz zum Basteln haben, als in der heimischen Eigentumswohnung.


Abendstimmung auf der Seiser Alm

Seiser Alm
Ein weiteres, sehr bekanntes Gelände ist die Seiser Alm in Südtirol. Zu erreichen ist Europas größte Hochalm über die Brennerautobahn, die dann an der Ausfahrt Klaussen Richtung Kastellruth verlassen wird. Die Zufahrt zur Seiser Alm ist seit 2004 tagsüber ab 9 Uhr gesperrt. Da es aber erst ab etwa 13 Uhr trägt, empfiehlt es sich oben auf der Seiser Alm Quartier zu nehmen. Geflogen wird am Spitzbühl vor der beeindruckenden Kulisse des Schlern. Vom Parkplatz führt ein Sessellift direkt zu Spitzbühlhütte. Wer zum Beispiel im Panoramahotel übernachtet, der kann auch das Startgelände nach einem 20-minütigen ebenen Spaziergang erreichen. Auf der rechten Hangseite von der Startstelle aus betrachtet, entlang des Sessellifts, gibt es eine Art Notlandewiese. Die sonstigen Außenlandemöglichkeiten sollte man besser außer Acht lassen, da diese extrem weit entfernt sind. Bei sonnigem Wetter entwickelt sich am Nachmittag sehr kräftige Thermik. Steigraten jenseits der vier Meter pro Sekunde sind dann durchaus üblich. Die Beliebtheit der Seiser Alm liegt aber auch an der ungewöhnlich großen und ebenen Landewiese, die auch ungeübten Modellpiloten alle Möglichkeiten lässt. Außerdem spielt auch die Tatsache eine Rolle, dass die Spitzbühlhütte mit großer Sonnenterrasse bewirtet ist und nur wenige Meter neben der Startstelle liegt. Diese idealen Bedingungen sind aber nicht nur für Modellflieger attraktiv, sondern eben auch für Gleitschirmpiloten, und das führt hin und wieder zu kleineren Konflikten.


Morgens werden direkt vor dem Bastellokal die Modelle aufgebaut

Selbstverständlich gibt es viele weitere bekannte Hänge wie die Koralpe, Wöllaner Nock, den Gaugen in Kärnten oder das Kellerjoch bei Innsbruck. Details zu allen hier aufgeführten und vielen weiteren Hängen sind bei RC-Network.de im Hangflugführer zu finden.


An verlängerten Wochenenden finden viele Piloten den Weg auf die Seiser Alm

Text und Fotos: Thomas Seidel

Flying Circus

Fliegerparadies Fiss

Eines der populärsten Segelfluggebiete in den Alpen ist Fiss in Tirol. Seine Bekanntheit in Modellfliegerkreisen verdankt der Ort dem „Flying Circus“. Seit 1996 treffen sich Mitte Juli Modellflieger aus ganz Europa in Fiss zu dieser Modellflugveranstaltung.

Dem Modellsegelpiloten stehen in Fiss drei verschiedene Hänge zur Verfügung. Als Erster ist hier das Schönjoch zu erwähnen. Start und Landefeld liegen hoch über Fiss auf 2.500 Meter. Um zum Flugfeld zu kommen, benutzt man üblicherweise die Kabinenbahn. Von der Bergstation läuft man noch etwa zehn Minuten bis zur Startstelle. Das Landefeld wurde vor einigen Jahren neu angelegt, ist großzügig bemessen und eben. Panorama und Aussicht sind überwältigend. Da die Luft viel dünner ist, sind die Modelle deutlich schneller unterwegs. Am deutlichsten merkt man das an der enormen Landegeschwindigkeit. Ab 11 Uhr kann mit erster Thermik gerechnet werden. Richtig gut wird es bei entsprechender Sonneneinstrahlung ab etwa 13 Uhr. Gerade in Fiss sind sowohl Steigen als auch Fallen wesentlich ausgeprägter als in der Ebene oder in den Mittelgebirgen. Hier sitzt schon mal der berühmte Elefant auf der Fläche und es geht runter, wie man es sonst nicht kennt. Hier gilt es Ruhe zu bewahren, denn Außenlandemöglichkeiten sind quasi nicht vorhanden. Auf der Seite in Richtung Fiss gibt es etwa 100 Meter weiter unten am Berg eine kleine Möglichkeit, die man schon mal mehrfach seitlich anfliegen muss, bis die Landung passt. Bevor das Modell verschwindet, kann man natürlich gegen den Hang landen, die Wahrscheinlichkeit, hierbei ohne Schaden davonzukommen, ist aber eher gering. Wer Ruhe bewahrt, der findet im Normalfall wieder Thermik, und dann geht es oft mit fünf bis zehn Metern pro Sekunde wieder hoch.

Als Alternative bietet sich das Serfauser Feld an.
Es ist von Josef Bacher und Günter Marent gepachtet und steht deshalb eigentlich nur deren Hausgästen zu Verfügung. Im Zweifelsfalle sollte man schon deswegen bei ihnen oder zumindest über die beiden das Quartier buchen. Das Serfauser Feld ist ins Tal vorgelagert, sodass der Wind oft auf dem Hang steht, obwohl die Zugrichtung der Wolken und die angesagte Windrichtung vollkommen anders sind. Durch die sonnige Lage bildet sich gute Thermik und der ab der Kante steil abfallende Hang sorgt dafür, dass man hoch in die Thermik einsteigt. Wer eine Woche Modellflug extrem am Serfauser Feld hinter sich hat, der braucht einige Zeit, um sich an den normalen Modellflugalltag zu Hause wieder zu gewöhnen. Am Fluggelände ist eine kleine Hütte mit Tisch und Bank für eine rustikale Brotzeit bei herrlichem Ausblick.

Der dritte Hang ist das Perdatscher Bichl am Ortsrand von Fiss. Die Landewiese ist groß, eben und frei von Steinen. Aus diesem Grund ist das Gelände bestens für weniger Geübte geeignet. Leider ist das Gelände vom Hangfliegen her nicht so der Hit. Der Berg geht zwar hinter der Wiese hoch, die Hauptwindrichtung liegt aber parallel zum Hang und die kleine Hangkante ist durch die Landewiese wenig ergiebig. Eine Hangkante, die wirklich trägt, ist quasi außerhalb der Reichweite. Trotzdem erlaubt das Gelände sehr schöne Flüge.

 

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