Das Original wird bei Luftsportvereinen
gerne als Schleppmaschine für Segelflugzeuge eingesetzt. Doch wird der Flieger
auch gestandene Modellpiloten begeistern? Für diesen Bericht wurde alles
vom Bau bis zum Flug eingehend getestet.
Der
Bausatz des Robin DR 400 aus dem Programm der Firma robbe wird in der ARF Ausführung
angeboten. Das Modell hat eine Spannweite von 1.618 Millimetern, eine Rumpflänge
von 1.320 Millimetern und soll mit einem Gewicht ab 3.600 Gramm flugfertig sein.
Die Abmessungen entsprechen in etwa einem
Maßstab von 1:5,4 zum Original,
wobei es sich hier eher um ein vorbildähnliches Zweckmodell handelt. Pläne
für eine Schleppkupplung und einen Halbspant sind mit dabei. Die beiden Teile
müssen aus zusätzlichem Material gefertigt und entsprechend der Anleitung
eingebaut werden. Für die Motorisierung können Zweitakter mit zehn Kubikzentimetern
bis Viertakter mit 20 Kubikzentimetern zum Einsatz kommen. Geliefert wird der
Bausatz über den Fachhandel in einem großen Pappkarton. Im Inneren
warten die weit vorgefertigten Bestandteile, einzeln in Kunststofffolie verpackt,
auf ihren künftigen Erbauer.
Auch ein Zubehörbeutel mit Motorträger,
Tank, Spinner, komplettem Dreibeinfahrwerk, Ruderhörnern, Gabelköpfen
und diversen Schrauben ist dabei. Die Rudergestänge, Dekorbogen und Montageanleitung
machen den Inhalt komplett.

Holzkonstruktion
Das Modell ist überwiegend in Holzbauweise konzipiert. Tragfläche, Höhen-
und Seitenleitwerk sind in reiner Rippenbauweise mit teilweiser Balsabeplankung
gefertigt, sämtliche Ruder bestehen aus Vollbalsa. Die Tragfläche ist
zunächst dreiteilig. Sie besteht aus dem geraden Mittelteil, in dem die zwei
Landeklappen eingebaut sind und den beiden Knickflügeln mit den Querrudern.
Als Flügelprofil wird das bewährte NACA 2415 verwendet, welches innerhalb
der Flächenendstücke zum NACA 2410 gestrackt ist. Die Landeklappen und
die Ruder an Tragfläche und Höhenleitwerk sind direkt mit der Folie
angebügelt. Dadurch laufen die Ruder leichtgängig und bleiben spaltfrei.
Lediglich im Seitenleitwerk müssen noch drei Scharniere für die Verbindung
zum Seitenruder eingebaut werden.

Mit einem Lötkolben lassen sich die Folienränder gut
mit den Holzkanten verschmelzen
Der Rumpf ist eine
Kastenkonstruktion aus Drei-Millimeter-Balsaholz. Die Seitenteile sind von Innen
mit Zwei-Millimeter-Sperrholz verstärkt. Diese Verstärkung reicht vom
Motorspant bis hinter den Flächenausschnitt und ist mit den Rumpfspanten
verzapft. Die Spanten bestehen aus Drei-Millimeter-Sperrholz; sie sind zum Teil
verdoppelt und wie die Seitenverstärkung an weniger belasteten
Stellen ausgespart. Der hintere Rumpfrücken besteht aus einem ausgehöhlten,
mit Balsa beplankten Styroporkern. Alle Holzteile sind mit Bügelfolie in
den Farben Rot, Weiß und Schwarz bespannt. Der tief gezogene Kabinenhaubenrahmen
aus schwarzem Kunststoff reicht vom Motorspant bis zum hinteren Rumpfrücken
und bildet somit die komplette vordere, obere Rumpfabdeckung. Das Cockpit und
die Sitze sind in dem Rahmen ebenfalls ausgebildet. An der großen Kabinenhaube
sind die angedeuteten Streben bereits weiß lackiert. Ein letztes Tiefziehteil
aus klarem Material stellt den Übergang vom Rumpf zum Seiten- und Höhenleitwerk
dar. Es ist mit weißer Farbe, entsprechend dem Farbton der verwendeten Bügelfolie,
gespritzt.

Deutlich ist der Versatz der Mittellinien von Rumpf und Tragflügel
zu erkennen, auch der unterschiedliche Abstand vom Rumpfübergang zu den Landeklappen
links und rechts ist zu sehen
Kellerarbeit
Die Bauanleitung ist sehr ausführlich, sie beschreibt jeden Bauabschnitt
genau und liefert mit 88 Fotos und zwei Zeichnungen alle Anweisungen zur Fertigstellung
des Robin DR 400. Der Bau beginnt mit der Montage des Hauptfahrwerks in den Mittelteil
der Tragfläche. Auch die vier Flächenservos werden auf die Schachtdeckel
geschraubt, je zwei kleine Holzklötze müssen zuvor an die Innenseite
der Deckel geklebt werden. Beim Entfernen der Folie von den notwendigen Öffnungen
in der Tragfläche ist eine kleine Unstimmigkeit aufgefallen: Der untere Rumpfabschluss
ist nicht genau zentral unter den Flügel geklebt, die zwei Befestigungslöcher
und die Flächendübel sind aber nach dem Rumpfabschluss ausgerichtet.
Wird nun der Flügel unter den Rumpf geschraubt, ist ein Versatz an der Nase
von zwei bis drei Millimetern, an der Endleiste um fünf Millimeter festzustellen.
Da der untere Rumpfabschluss gut mit der Flügelbeplankung verklebt ist, können
nur die Befestigungslöcher und die Dübel versetzt werden. Wird nun das
Flügelmittelteil unter den Rumpf geschraubt, so stimmen die Mittellinien
von Rumpf und Fläche überein.

Bei den Flächendübeln hält sich die Abweichung
im Millimeterbereich
Auch eine Dreiecksmessung von
einer äußeren Flügelkante über einem hinteren Rumpfmittelpunkt
zur anderen Flügelkante ergibt gleiche Maße. Leider steht nun die Rumpfabdeckung
auf der einen Seite etwas über. Das Flächenmittelteil und die beiden
Außenteile werden mit je einer hochkant stehenden Holzzunge im entsprechenden
Winkel miteinander verbunden. Als zusätzliche Verdrehsicherung sitzt ein
kurzer Dübel in der Wurzelrippe der Ohren. Die V-Verbinder werden in die
korrespondierenden Schächte von Mittel- und Außenteil eingeklebt. Die
guten Passungen ergeben den korrekten Sitz der Knickflügel. Die Klebestellen
von Höhen- und Seitenleitwerk zum Rumpf werden von der Folie befreit und
die Leitwerke, zur Fläche und Rumpf ausgerichtet, eingeklebt. Sitzt das Höhenleitwerk
fest, kann die Einstellwinkeldifferenz (EWD) ausgemessen werden.

Die Fahrwerksteile komplett; entgegen der Bauanleitung sind die
Achshalter bereits mit dem Bugfahrwerk verklebt
Die
ermittelten Werte: Höhe 0 Grad, Fläche +1 Grad und Motorsturz -1,5 Grad.
Auch der Motorseitenzug von zirka drei Grad ist im Rumpf realisiert. Für
das verwendete Flächenprofil und die zu erwartende Fluggeschwindigkeit sind
dies durchaus übliche Werte.

Alle Flächenservos auf ihren Deckeln, so wie sie in den
Flügel eingesetzt werden
Glatte
Flächen
Das Tiefziehteil für den Übergang von Rumpf
zu Höhen- und Seitenleitwerk spaltfrei anzupassen, erfordert etwas Geduld.
Auch beim Ankleben mit Sekundenkleber ist Vorsicht geboten, da es sich um lackiertes,
klares Material handelt. Weiter geht es mit dem Anbau der Ruderhörner an
Seiten- und Höhenruder, entsprechend zu den bereits verlegten Außenhüllen
der Bowdenzüge. Die Höhenruder werden einzeln angelenkt. Dafür
finden sehr große, verstärkte Ruderhörner Verwendung. Diese werden
mit vier 2,5-Millimeter-Gewindeschrauben befestigt. Leider gibt es hier zwei kleine
Knackpunkte. Der Ausgang der Führungsröhrchen für das Höhenrudergestänge
befindet sich so dicht an den Ruderhörnern, dass der geforderte Tiefenruderausschlag
von zwölf Millimetern nicht zu realisieren ist. Außerdem zeigt sich
ein zu stramm gebügeltes Folienscharnier, bei dem nur der halbe Tiefenruderweg
möglich ist. Hier schaffen Bügeleisen oder Heißluftpistole Abhilfe.
Der Rumpfaustritt der zwei Außenhüllen für die Höhenruderanlenkung
muss allerdings um drei Zentimeter vorverlegt werden, damit auch diese Anlenkung
leichtgängig und klemmfrei funktioniert. Das Einschrauben der Rudermaschinen
in die Aussparungen des Servobretts verläuft routinemäßig. Die
Enden der Steuerstangen werden um 90 Grad nach unten abgewinkelt, in eine entsprechende
Bohrung des Ruderarmes gesteckt und mit einem Kunststoffclip gesichert.

Die Knickflügel mit den V-Verbindern kurz vor dem Ankleben
an das Mittelstück
Nach der Versiegelung von Motorspant
und Tankraum mit Zwei-Komponenten-Lack werden das Bugfahrwerkslager und der Motorträger
angeschraubt. Für den Motorträger sind bereits Einschlagmuttern in die
Bohrungen im Motorspant eingesetzt, beim Fahrwerkslager hingegen finden lose Muttern
mit passenden Schrauben Verwendung. Entgegen der Bauanleitung ist es einfacher,
das Bugfahrwerkslager erst anzuschrauben, wenn es mit Federbein und Steuerhebel
versehen ist. Das nachträgliche Ausrichten und Fixieren des Anlenkhebels
ist durch die beengte Lage des Bugfahrwerkes zwischen zwei Spanten etwas schwierig.
Der Kraftstofftank wird mit seinen Anschlüssen komplettiert und im Tankraum
an drei Leisten mit einem Kabelbinder befestigt. Die Kraftstoffschläuche
gelangen durch eine zentrale Bohrung im Motorspant in den Motorraum.

Zwei kleine Schraubzwingen, mit spitzen Fingern durch den Querruder-Servoschacht
eingedreht, pressen die beiden Rippen in dem vorgegebenen Winkel exakt aufeinander
Cockpit
Der bis über
den Motorspant reichende Cockpiteinsatz wird, wie alle Tiefziehteile, passgenau
zugeschnitten. Eventuell kann hier etwas nachgeschliffen werden. Erst mit den
Befestigungsschrauben für die Motor- und die Kabinenhaube bekommt auch der
Kabinenhaubenrahmen seine Verbindung mit dem Rumpf. Die Kabinenhaube muss auch
zugeschnitten werden, hier ist aufgrund des dünnen Materials vorsichtig vorzugehen.
Durch die Schraubverbindung von Kabinenhaube und Cockpitrahmen mit dem Rumpf ist
ein Abnehmen jederzeit möglich, um Wartungen an Tankanlage und Bugfahrwerk
durchzu-führen oder nachträglich eine Schleppkupplung zu installieren.
Bei der Montage der Motorhaube kann die Lackierung nur mit der Farbgebung am Rumpf
übereinstimmen, wenn die Motorhaube oben am Rumpf etwas hoch steht. Mit montierter
Motor-haube wird der Abstand von der Vorderkante zum Motorspant gemessen, damit
der Motor so eingebaut werden kann, dass Propeller und Spinner etwas Luft zur
Haube haben. Spätestens zu diesem Zeitpunkt muss die Entscheidung über
die Motorisierung fallen. Ein Zweitakt-Motor mit zehn Kubikzentimetern und ein
Viertakt-Motor mit 15 Kubikzentimetern stehen zur Verfügung. Der Viertakter
hätte zu weit vorne aus der Motorhaube geragt (Vergaser mit Choke hinten),
denn es sind nur 11,2 Zentimeter Abstand vom Motorspant bis zur Vorderkante der
Motorhaube. Also kommt der Zehner-Motor, dessen Einbau die Montageanleitung auch
beschreibt, zum Einsatz.

An den Landeklappen werden die Ruderhörner nach hinten geneigt
angebaut
In den Motorträger werden die Löcher
entsprechend den Öffnungen der Motorflansche gebohrt. Hierbei ist auf höchste
Genauigkeit zu achten, da die Trägerschenkel für den verwendeten Motor
etwas weit auseinander stehen. Auch das Befestigungsmaterial für den Motor
sowie Anlenkungsgestänge zum Vergaser inklusive einer Löthülse
mit Zwei-Millimeter-Gewinde, einem Kunststoffgabelkopf und einer Gestängekupplung
sind im Bausatz vorhanden. Ist der Motor mit Drosselgestänge und Schalldämpfer
montiert, kann die Motorhaube mit den notwendigen Aussparungen für die Düsennadel,
den Kerzenstecker und den Auspuff versehen werden. Sind alle Öffnungen in
der Motorhaube passend, wird diese endgültig aufgesetzt. Nachdem die Luftschraube
und der beiliegende Spinner auf der Motorwelle befestigt sind, kann das komplette
Flugzeug ausgewogen werden. Der richtige Schwerpunkt soll laut Bauanleitung durch
Verschieben von Empfänger und Akku erreicht werden. Konstruktiv ist im Rumpf
unter dem Höhenleitwerk ein Akkuschacht vorgesehen, dieser wird aber nur
bei sehr schweren Motoren benötigt. Bei der vorliegenden Maschine kann der
Akku innerhalb des Flächenausschnitts im Rumpf bleiben. Die Ruderausschläge
sowie die Querruderdifferenzierung wurden bereits während der Bauphase mechanisch
eingestellt, sodass sich das Programmieren der Fernsteuerung auf die Laufrichtung
der Rudermaschinen und den Gleichlauf der beiden Landeklappenservos beschränkt.
Diese beiden sind nicht über ein V-Kabel, sondern über je einen eigenen
Ausgang am Empfänger angeschlossen. Die Ruder laufen sinngemäß,
der Schwerpunkt stimmt, das Dekor ist angebracht (hier werden Aufkleber fürs
Armaturenbrett vermisst), die Waage zeigt 3.700 Gramm und ein recht ansehnlicher
Nachbau des Robin DR 400 wartet auf die Flugerprobung.

Die mit Flies überzogenen Scharniere im Seitenruder
Winterflüge
Der Erstflug fand an einem sonnigen Februartag bei Dauerfrost, leichtem Wind und
gelegentlichen Schneeschauern statt. Der Motor läuft zufrieden stellend,
Leerlauf und Übergang sind gut und
mit Vollgas ist bei senkrecht gehaltener
Maschine deutlicher Zug nach oben zu spüren. Trotzdem können nur ein
paar Meter gerollt werden, weil sich der auf dem Rasen liegende Schnee lawinenartig
um die Räder wickelt, bis diese blockieren. Während der Beschleunigung
hoppelt die Maschine ein wenig auf der gepflasterten Startbahn. Verantwortlich
sind neben der welligen Rollbahn das zwar leichte, aber harte Material der Reifen
und auch der sehr kurze Abstand zwischen Bug- und Hauptfahrwerk.

Die Führungsröhrchen treten zu dicht an den Ruderhörnern
aus dem Rumpf; der eingebaute Akkuschacht unter dem Höhenruder ist gut zu
erkennen
Der Robin rollt sehr richtungsstabil und hebt
nach zirka 25 Metern Startstrecke ab. Die Leistung des Motors reicht für
einen großen Aufschwung direkt nach dem Start. Die Ruderwirkung ist sehr
gut schon beinahe etwas heftig dennoch fliegt der Robin sehr ruhig
und lässt sich präzise steuern. Aus Schräglagen ist eine leichte
Tendenz zum Zurückdrehen spürbar. Mit Vollgas wird der Flieger sehr
schnell, für ein Modell dieser Art schon zu schnell. Sehr schön
ist das Flugbild, wenn mit Halbgas geflogen wird. Im Rückenflug müssen
die Querruder etwas mehr eingesetzt werden, aber auch diese Fluglage ist leicht
beherrschbar. Das Seitenruder zeigt auch etwas Rollwirkung, es ist ohne den Einsatz
der Querruder Kurvenflug möglich. Vor der Landung wird der obligatorische
Überziehtest durchgeführt. Es dauert einige Sekunden, bis die Fahrt
im Horizontalflug raus ist, das Modell nimmt langsam die Nase nach unten und fängt
ohne seit-liches Abkippen an zu pumpen. Das Loslassen des Höhenruders stabilisiert
die Fluglage wieder. Der Versuch zeigt, wie langsam der Robin ohne Einsatz der
Landeklappen gemacht werden kann. Trotzdem muss der Landeanflug bei wenig Gegenwind
lang und flach gestaltet werden, da
die Fahrt nur langsam abgebaut wird.
Nach dem Aufsetzen ist eine Tendenz zum Springen erkennbar, eventuell muss das
Bugfahrwerk um einen halben Zentimeter gekürzt werden.

Nach dem Versetzen der Außenröhrchen ist der geforderte
Tiefenruderausschlag von zwölf Millimetern klemmfrei möglich

Der
große Cockpitrahmen neben seinem Platz auf dem Rumpf

Für den verwendeten Motor sind die Trägerschenkel
etwas weit auseinander

Im geräumigen Rumpf teilen sich die Komponenten der Empfangsanlage
den Platz; in der Mitte sitzt der Verbindungsstecker für die vier Servos
in dem Flügel

Das Bugfahrwerk an seiner Position hinter dem Motorspant

Der
fertige Robin wartet auf dem Flugfeld auf seinen Einsatz

Auch im Langsamflug bleibt das Modell exakt steuerbar

Die
Piste ist nicht so glatt wie im Sommer, aber dafür schneefrei und genau in
Windrichtung

Ein elegantes Flugbild vor den Wolken

Die letzten Feinabstimmungen am warmgelaufenen Motor

Mit den Klappen in Landestellung über dem Platz